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20 SSW

Was bedeutet die 20. Schwangerschaftswoche (20 SSW)?

Die 20. Schwangerschaftswoche (20 SSW) ist ein bedeutender Meilenstein: Die Schwangerschaft hat offiziell ihre Mitte erreicht. Bei einer normalen Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen befinden sich werdende Mütter in der 20 SSW genau auf halbem Weg. In dieser Phase hat sich das Ungeborene bereits erheblich entwickelt und die meisten Organe sind angelegt.

Entwicklung des Babys in der 20 SSW

In der 20. Schwangerschaftswoche ist das Baby bereits etwa 25 cm groß (von Scheitel bis Fuß) und wiegt ungefähr 300 Gramm. Folgende Entwicklungsschritte sind in diesem Stadium besonders bedeutsam:

  • Bewegungen: Das Baby bewegt sich aktiv und viele Mütter spüren diese Bewegungen jetzt deutlich als sogenanntes Quickening.
  • Sinnesorgane: Die Sinnesorgane, insbesondere Hören und Tastsinn, sind zunehmend funktionsfähig. Das Baby kann Geräusche von außen wahrnehmen.
  • Haut: Die Haut ist mit einer schützenden Fettschicht, dem sogenannten Vernix caseosa (Käseschmiere), bedeckt.
  • Haare und Nägel: Feine Körperhaare (Lanugo) bedecken den Körper des Babys, und die Finger- und Zehennägel wachsen weiter.
  • Gehirnentwicklung: Das Gehirn entwickelt sich intensiv weiter, neue Nervenzellverbindungen entstehen täglich.

Veränderungen im Körper der Mutter

In der 20 SSW ist der Bauch der werdenden Mutter deutlich sichtbar. Der Uterus (Gebärmutter) reicht nun bis zum Bauchnabel. Typische Begleiterscheinungen in dieser Phase sind:

  • Rückenschmerzen: Durch das wachsende Gewicht des Bauches verändert sich die Körperhaltung, was zu Rückenbeschwerden führen kann.
  • Sodbrennen: Der wachsende Uterus drückt auf den Magen, was häufig Sodbrennen verursacht.
  • Schwangerschaftsstreifen: Durch die Dehnung der Haut können sogenannte Striae gravidarum (Schwangerschaftsstreifen) entstehen.
  • Nasenbluten und geschwollene Schleimhäute: Hormonelle Veränderungen können zu einer verstärkten Durchblutung der Schleimhäute führen.
  • Mehr Energie: Viele Frauen erleben im zweiten Trimester, zu dem die 20 SSW gehört, eine Phase mit mehr Energie und weniger Übelkeit als im ersten Trimester.

Wichtige Vorsorgeuntersuchungen in der 20 SSW

Um die Gesundheit von Mutter und Kind zu überwachen, sind in der 20. Schwangerschaftswoche besondere Untersuchungen empfohlen:

Großer Ultraschall (Organscreening)

Zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche wird in Deutschland der sogenannte zweite Ultraschall (auch als Feinultraschall oder Organscreening bekannt) durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden alle wichtigen Organe des Babys systematisch untersucht, darunter:

  • Herz und Kreislauf
  • Gehirn und Rückenmark
  • Nieren und Harnblase
  • Magen und Darm
  • Skelett und Gliedmaßen

Außerdem werden Körpergröße, Gewicht und die Lage der Plazenta (Mutterkuchen) beurteilt.

Routinemäßige Blutuntersuchungen

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge werden regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt, unter anderem zur Überprüfung des Blutbilds, des Eisenspiegels und auf mögliche Infektionskrankheiten.

Ernährung und Lebensstil in der 20 SSW

Eine ausgewogene Ernährung ist in der 20. Schwangerschaftswoche besonders wichtig. Folgende Nährstoffe sollten ausreichend aufgenommen werden:

  • Folsaure: Unterstützt die Entwicklung des Nervensystems des Kindes.
  • Eisen: Das Blutvolumen der Mutter steigt in der Schwangerschaft deutlich an, weshalb der Eisenbedarf erhöht ist.
  • Kalzium: Wichtig für den Knochenaufbau des Babys.
  • Omega-3-Fettsäuren (DHA): Fördern die Gehirn- und Augenentwicklung des Babys.
  • Jod: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion und die neurologische Entwicklung des Kindes.

Regelmäßige, leichte körperliche Aktivität wie Schwimmen, Spazierengänge oder Schwangerschaftsyoga ist in der 20 SSW bei unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf empfehlenswert.

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

In der 20 SSW sollten folgende Symptome umgehend ärztlich abgeklärt werden:

  • Starke oder anhaltende Unterbauchschmerzen
  • Vaginale Blutungen
  • Plötzlicher oder starker Flüssigkeitsabgang (möglicher frühzeitiger Blasensprung)
  • Deutliche Abnahme der Kindsbewegungen
  • Starke Schwellungen an Händen, Gesicht oder Füßen (mögliches Zeichen einer Präeklampsie)
  • Starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - Mutterschafts-Richtlinien, 2023.
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) - Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien), 2022.
  3. World Health Organization (WHO) - WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. Geneva: WHO Press, 2016.
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