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35 SSW

Was bedeutet 35 SSW?

Die Abkürzung SSW steht für Schwangerschaftswoche. Die 35. Schwangerschaftswoche beginnt ab dem ersten Tag der 35. Woche nach dem ersten Tag der letzten Menstruation (nach der sogenannten Gestationsrechnung). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Schwangerschaft im dritten Trimester und nähert sich ihrem Ende: Der errechnete Geburtstermin liegt in der Regel noch etwa 5 Wochen entfernt.

Entwicklung des Babys in der 35 SSW

In der 35. Schwangerschaftswoche ist das Baby bereits beeindruckend weit entwickelt. Die meisten Organe sind voll funktionsfähig, und das Kind bereitet sich aktiv auf das Leben außerhalb der Gebärmutter vor.

  • Größe und Gewicht: Das Baby misst etwa 45–47 cm und wiegt rund 2.400–2.600 g.
  • Lunge: Die Lungenreifung ist weitgehend abgeschlossen. Frühgeborene in der 35 SSW haben in der Regel gute Chancen, selbstständig zu atmen.
  • Gehirn: Das Gehirn entwickelt sich weiterhin rasant. Bis zur 35 SSW hat es etwa 66 % seines endgültigen Volumens erreicht.
  • Haut und Fettschicht: Das Baby legt nun verstärkt Fettpolster an, die es nach der Geburt wärmen und mit Energie versorgen.
  • Lanugo: Die feine Körperbehaarung (Lanugo) bildet sich größtenteils zurück.
  • Position: Viele Babys liegen bereits in Schädellage (mit dem Kopf nach unten), bereit für die Geburt.

Körperliche Veränderungen der Mutter in der 35 SSW

Im Körper der werdenden Mutter finden ebenfalls bedeutende Veränderungen statt:

  • Geburtserleichterungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen): Unregelmäßige Übungswehen können zunehmen.
  • Druck auf Blase und Becken: Da das Baby tiefer tritt, nimmt der Druck auf Blase und Beckenboden zu, was häufigeren Harndrang verursacht.
  • Rückenschmerzen: Das zunehmende Gewicht des Bauches belastet die Rückenmuskulatur.
  • Kurzatmigkeit: Der vergrößerte Uterus drückt gegen das Zwerchfell, was die Atmung erschweren kann.
  • Ödeme: Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen sind häufig.

Vorsorgeuntersuchungen in der 35 SSW

In der 35. Schwangerschaftswoche finden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen statt. Dazu gehören:

  • Ultraschalluntersuchung: Kontrolle von Wachstum, Position und Wohlbefinden des Babys sowie der Lage der Plazenta.
  • CTG (Kardiotokographie): Messung der kindlichen Herzfrequenz und der Uterusaktivität.
  • GBS-Test (Gruppe-B-Streptokokken): Zwischen der 35. und 37. SSW wird bei vielen Frauen ein Abstrich auf Gruppe-B-Streptokokken (GBS) empfohlen, um eine Übertragung auf das Neugeborene zu verhindern.
  • Blutdruckkontrolle: Regelmäßige Messung zur Erkennung von Schwangerschaftshypertonie oder Präeklampsie.

Frühgeburt in der 35 SSW

Babys, die in der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, gelten als späte Frühgeborene (englisch: late preterm infants). Obwohl die meisten Organe gut entwickelt sind, können solche Kinder noch auf Unterstützung angewiesen sein, zum Beispiel bei der Atmung, der Wärmeregulation und der Nahrungsaufnahme. In vielen Fällen ist jedoch ein gesundes Überleben ohne schwerwiegende Komplikationen möglich.

Tipps für die 35 SSW

  • Geburtsvorbereitung rechtzeitig abschließen oder intensivieren.
  • Den Krankenhauskoffer packen oder vorbereiten.
  • Auf Warnsignale wie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, plötzliche starke Schwellungen oder weniger Kindsbewegungen achten und bei Auftreten sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.
  • Auf ausreichend Ruhe und eine nährstoffreiche Ernährung achten.
  • Beckenbodentraining und leichte körperliche Aktivität können helfen, den Körper auf die Geburt vorzubereiten.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. Geneva: WHO Press, 2016.
  2. Schneider H., Husslein P., Schneider K.T.M.: Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin, 2016.
  3. American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): ACOG Committee Opinion No. 764 – Medically Indicated Late-Preterm and Early-Term Deliveries. Obstetrics & Gynecology, 2019.
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