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Ein Nabelgranulom (lateinisch: Granuloma umbilici) ist eine häufige, gutartige Gewebewucherung im Bereich des Nabels bei Neugeborenen. Es entsteht nach dem Abfall der Nabelschnur, wenn sich überschüssiges Granulationsgewebe bildet, anstatt dass die Nabelwunde vollständig abheilt. Das Nabelgranulom zeigt sich als kleiner, meist erbsengroßer, feuchter und rötlich-rosa gefärbter Gewebeknoten im Nabel des Kindes. Es ist in der Regel schmerzlos und gehört zu den häufigsten Befunden beim Neugeborenen.
Die genaue Ursache für die Entstehung eines Nabelgranuloms ist nicht vollständig geklärt. Bekannte Einflüsse sind:
In den meisten Fällen tritt das Nabelgranulom innerhalb der ersten Lebenswochen auf, wenn die Nabelschnur abgefallen ist und die Wunde verheilt.
Das Nabelgranulom ist in der Regel leicht erkennbar. Typische Merkmale sind:
Zeigt der Nabel zusätzlich Zeichen einer Infektion wie Rötung der umgebenden Haut, Übewärmung, übel riechenden Ausfluss oder Schwellung, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da dies auf eine Omphalitis (Nabelentzündung) hinweisen kann.
Die Diagnose eines Nabelgranuloms wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Der Kinderarzt oder die Kinderärtin beurteilt das Gewebe im Nabelbereich optisch und durch Betasten. Weitere diagnostische Maßnahmen sind meist nicht erforderlich. Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Ursachen für Nabelauffälligkeiten, wie:
Bei Unsicherheit über die Art des Befundes kann eine Zuweisung an einen Kinderchirurgen sinnvoll sein.
Ein Nabelgranulom heilt in seltenen Fällen von selbst ab. In der Regel ist jedoch eine gezielte Behandlung notwendig. Die gängigsten Therapieverfahren sind:
Die häufigste Behandlungsmethode ist die Kauterisation mit Silbernitrat. Dabei wird das Granulationsgewebe mit einem Silbernitratstäbchen chemisch verätzt. Dies führt dazu, dass das überschüssige Gewebe abstirbt und abfällt. Die Behandlung wird in der Regel vom Kinderarzt durchgeführt und kann ein- bis mehrmals nötig sein.
In einigen Fällen wird eine Behandlung mit konzentrierter Kochsalzlösung eingesetzt, die das Granulationsgewebe austrocknet. Diese Methode gilt als sanftere Alternative zur Silbernitrat-Kauterisation.
Bei größeren oder therapieresistenten Granulomen kann eine operative Entfernung des Gewebes durch einen Kinderchirurgen notwendig sein.
Die Prognose bei einem Nabelgranulom ist sehr gut. Nach erfolgreicher Behandlung heilt der Nabel in der Regel vollständig und ohne Komplikationen ab. Wichtig ist, eine rechtzeitige ärztliche Behandlung zu suchen, um Infektionen oder Komplikationen zu vermeiden.