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Die Nachgeburt bezeichnet die dritte und letzte Phase des Geburtsvorgangs. Nachdem das Kind geboren wurde, werden Plazenta (Mutterkuchen), Eihäute und die Nabelschnur aus der Gebärmutter ausgestoßen. Dieser Vorgang dauert in der Regel zwischen 5 und 30 Minuten nach der Entbindung des Kindes. Medizinisch wird diese Phase auch als Plazentarphase oder Plazentaperiode bezeichnet.
Nach der Geburt des Kindes zieht sich die Gebärmutter weiter zusammen. Durch diese Kontraktionen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird gemeinsam mit den Eihäuten nach außen befördert. Das medizinische Fachpersonal überwacht diesen Vorgang sorgfältig, um sicherzustellen, dass die Plazenta vollständig ausgestoßen wird.
In vielen Kliniken wird ein sogenanntes aktives Management der Nachgeburtsphase durchgeführt. Dabei wird unmittelbar nach der Geburt ein wehenanregendes Medikament (z. B. Oxytocin) verabreicht, um die Gebärmutterkontraktion zu fördern und das Blutungsrisiko zu minimieren. Zusätzlich kann eine kontrollierte Traktion an der Nabelschnur angewendet werden.
Alternativ kann die Nachgeburt auch ohne medikamentöse Unterstützung abgewartet werden. Dies wird als physiologisches oder expektatives Management bezeichnet und ist ebenfalls eine anerkannte Vorgehensweise, benötigt jedoch häufig mehr Zeit.
Die Plazenta hat während der Schwangerschaft eine lebenswichtige Funktion: Sie versorgt das ungeborene Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen und leitet Stoffwechselprodukte ab. Nach der Geburt wird die Plazenta routinemäßig auf Vollständigkeit untersucht, da zurückgebliebene Plazentareste zu schwerwiegenden Komplikationen führen können.
In seltenen Fällen kann es während der Nachgeburtsphase zu Komplikationen kommen:
Nach dem Abgang der Nachgeburt wird die Gebärmutter auf ihre Rückbildung (Uterusinvolution) kontrolliert. Das medizinische Team überwacht zudem den Wochenbettfluss (Lochien) und den allgemeinen Zustand der Mutter. Bei Auffälligkeiten, wie starker Blutung oder Fieber, ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.