-
DE
Der Notkaiserschnitt (auch Notfallkaiserschnitt genannt) ist eine der dringlichsten chirurgischen Maßnahmen in der Geburtshilfe. Er wird durchgeführt, wenn eine akute Lebensgefahr für die Mutter, das ungeborene Kind oder beide besteht und eine vaginale Entbindung nicht mehr möglich oder zu riskant ist. Im Unterschied zum geplanten Kaiserschnitt (elektiver Sectio caesarea) muss der Notkaiserschnitt innerhalb von Minuten eingeleitet werden, um irreversible Schäden zu verhindern.
In der medizinischen Klassifikation wird der Kaiserschnitt nach Dringlichkeit in verschiedene Kategorien eingeteilt. Der echte Notkaiserschnitt – auch als Crash-Sectio bezeichnet – gehört zur höchsten Dringlichkeitsstufe und soll idealerweise innerhalb von maximal 10 bis 20 Minuten nach der Entscheidung abgeschlossen sein.
Ein Notkaiserschnitt wird immer dann eingeleitet, wenn während der Schwangerschaft oder unter der Geburt eine akute, lebensbedrohliche Situation eintritt. Die häufigsten Gründe sind:
Aufgrund der extremen Dringlichkeit ist der Ablauf eines Notkaiserschnitts streng standardisiert und wird von einem interdisziplinären Team aus Gebärtssmed, Hebammen, Anästhesisten und Neonatologen durchgeführt.
Wenn möglich, wird eine bereits liegende Periduralanästhesie (PDA) genutzt, um die Narkoseeinleitung zu beschleunigen. Falls keine PDA vorhanden ist oder die Zeit nicht ausreicht, wird eine Allgemeinanästhesie (Intubationsnarkose) eingeleitet. Diese kann innerhalb weniger Minuten verabreicht werden und ermöglicht einen sofortigen Operationsbeginn.
Der Chirurg führt einen horizontalen Bauchschnitt (sogenannter Pfannenstiel-Schnitt) oder in extremen Notfällen einen vertikalen Medianschnitt durch. Die Gebärmutter wird eröffnet und das Kind schnellstmöglich entwickelt. Gleichzeitig steht ein Neonatologie-Team bereit, um das Neugeborene sofort zu versorgen, insbesondere wenn Sauerstoffmangel zu erwarten ist.
Nach der Entbindung wird die Nachgeburt entfernt, die Wunde näht sich schichtweise und die Mutter wird engmaschig überwacht. Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Zustand von Mutter und Kind.
Wie jeder operative Eingriff birgt auch der Notkaiserschnitt spezifische Risiken, die durch die Dringlichkeit der Situation zusätzlich erhöht sein können:
In einem echten Notfall muss die Entscheidung zum Notkaiserschnitt sehr schnell getroffen werden. Das medizinische Team ist gesetzlich und ethisch verpflichtet, die Mutter – soweit möglich – zu informieren und ihr Einverständnis einzuholen. Bei unmittelbarer Lebensgefahr kann der Eingriff auch ohne ausführliche Aufklärung durchgeführt werden, wenn keine Zeit für eine formale Einwilligung bleibt. Eine nachträgliche Aufklärung und psychologische Begleitung sind in diesen Fällen besonders wichtig.
Die Erholungszeit nach einem Notkaiserschnitt ist ähnlich wie bei einem geplanten Kaiserschnitt, kann jedoch durch den emotionalen Ausnahmezustand verlängert sein. Typische Empfehlungen umfassen: