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Riboflavin, auch als Vitamin B2 bekannt, ist ein essentielles, wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es wurde erstmals in den 1920er-Jahren als wachstumsfördernder Faktor in Lebensmitteln identifiziert. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort flavus (gelb) ab, da reine Riboflavinlösungen eine charakteristische gelb-grüne Fluoreszenz aufweisen. Da der Körper Riboflavin nicht selbst herstellen kann, muss es täglich über die Nahrung zugeführt werden.
Riboflavin erfüllt im menschlichen Organismus zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:
Riboflavin kommt in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor. Besonders reich an Vitamin B2 sind:
Da Riboflavin lichtempfindlich ist, sollten Lebensmittel nicht über längere Zeit direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden, um den Vitamingehalt zu erhalten.
Die empfohlene Tageszufuhr für Riboflavin variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation. Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten folgende Richtwerte:
Ein Riboflavinmangel (Ariboflavinose) ist in Industrieländern selten, kann aber bei einseitiger Ernährung, Alkoholabusus, Malabsorptionssyndromen oder bestimmten Medikamenten auftreten. Typische Symptome sind:
Ein Riboflavinmangel kann durch die Messung der Erythrozyten-Glutathionreduktase-Aktivität (EGR-Aktivitätskoeffizient) im Blut nachgewiesen werden. Dieser Wert gibt an, in welchem Ausmaß die Enzymaktivität von der Riboflavinzufuhr abhängt. Zusätzlich kann die Riboflavin-Konzentration im Urin oder im Serum gemessen werden.
Riboflavin wird als Nahrungsergänzungsmittel und in angereicherten Lebensmitteln eingesetzt. Darüber hinaus wird es in höheren Dosen (bis zu 400 mg/Tag) zur Migräneprophylaxe eingesetzt, wobei klinische Studien eine signifikante Reduktion der Migränehäufigkeit belegen. Als Lebensmittelzusatzstoff wird Riboflavin unter der Bezeichnung E 101 als natürlicher Farbstoff verwendet.
Riboflavin gilt als sehr gut verträglich. Da es wasserlöslich ist, werden überschüssige Mengen über den Urin ausgeschieden, was die Toxizität erheblich begrenzt. Hohe Zufuhrmengen führen zu einer charakteristischen, harmlosen Gelbfärbung des Urins. Bisher sind keine gesundheitsschädlichen Wirkungen durch sehr hohe Riboflavindosen beim Menschen bekannt. Ein offizieller tolerierbarer oberer Aufnahmewert (UL) wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bisher nicht festgelegt.