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Senkwehen

Was sind Senkwehen?

Senkwehen sind schwache, unregemäßige oder regelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter, die typischerweise in den letzten Wochen der Schwangerschaft auftreten – meist zwischen der 36. und 40. Schwangerschaftswoche. Sie dienen dazu, den Kopf des Kindes tiefer in das mütterliche Becken zu senken und den Körper auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Senkwehen gehören zu den sogenannten Vorwehen oder Vorboten der Geburt und sind kein Zeichen für einen beginnenden Geburtsvorgang.

Ursachen und Entstehung

Senkwehen entstehen durch hormonelle Veränderungen im mütterlichen Organismus, insbesondere durch den Anstieg des Hormons Oxytocin sowie durch eine veränderte Balance zwischen Östrogen und Progesteron. Diese Hormonschwankungen fördern die Kontraktionsbereitschaft der Gebärmuttermuskulatur. Gleichzeitig tritt der kindliche Kopf durch das Gewicht des Kindes tiefer in das Becken ein, was den Druck auf die Gebärmutter erhöht und die Wehentätigkeit zusätzlich anregt.

Symptome und Erscheinungsbild

Senkwehen unterscheiden sich von echten Geburtswehen in mehreren Punkten:

  • Sie sind in der Regel schwach und schmerzlos oder nur leicht unangenehm.
  • Sie treten unregemäßig auf und werden nicht stärker oder häufiger.
  • Sie können ein Gefühl von Druck oder Ziehen im Unterbauch verursachen.
  • Viele Schwangere berichten, dass das Atmen leichter wird, weil das Kind tiefer sinkt und der Druck auf das Zwerchfell abnimmt.
  • Gleichzeitig kann der Druck auf Blase und Becken zunehmen, was häufigeren Harndrang verursacht.

Abgrenzung zu echten Geburtswehen

Es ist wichtig, Senkwehen von echten Geburtswehen zu unterscheiden. Echte Geburtswehen (auch Eröffnungswehen genannt) sind:

  • Regelmäßig und treten in immer kürzeren Abständen auf.
  • Zunehmend schmerzhaft und intensiver werdend.
  • Nicht durch Bewegung, Ruhe oder ein warmes Bad zu lindern.
  • Oft begleitet von Rückenschmerzen und einem wellenartigen Schmerzverlauf.

Als Faustregel gilt: Wenn Kontraktionen regelmäßig alle 5 bis 10 Minuten auftreten, länger als 30 bis 60 Sekunden andauern und an Intensität zunehmen, sollte umgehend eine Hebamme oder ein Krankenhaus kontaktiert werden.

Diagnose

Senkwehen werden in der Regel klinisch diagnostiziert, d. h. durch Beobachtung der Wehentätigkeit und ein Gespräch mit der Schwangeren. Bei Unsicherheit kann eine Kardiotokografie (CTG) durchgeführt werden – ein Verfahren, das die Herzaktivität des ungeborenen Kindes und die Uterusaktivität gleichzeitig aufzeichnet. Zusätzlich kann eine vaginale Untersuchung zeigen, ob der Gebärmutterhals bereits geöffnet oder verknöchert ist, was auf den Beginn der Geburt hinweisen würde.

Wann zum Arzt oder zur Hebamme?

Senkwehen sind physiologisch und in den meisten Fällen harmlos. Dennoch sollten Schwangere ärztlichen oder hebammlichen Rat einholen, wenn:

  • die Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche auftreten (Verdacht auf Frühgeburtswehen),
  • die Kontraktionen regelmäßig und schmerzhaft werden,
  • es zu vaginalen Blutungen oder Flüssigkeitsverlust kommt (möglicher Blasensprung),
  • die kindlichen Bewegungen spürbar nachlassen,
  • starkes Unwohlsein oder Fieber auftreten.

Behandlung und Maßnahmen

Da Senkwehen ein normaler physiologischer Vorgang sind, ist keine medizinische Behandlung notwendig. Folgende Maßnahmen können jedoch Erleichterung verschaffen:

  • Ruhe und Entspannung: Hinlegen oder eine bequeme Sitzposition einnehmen.
  • Wärme: Ein warmes Bad oder eine Wärmflasche im Bereich des Unterbauchs kann lindernd wirken.
  • Bewegung: Sanfte Spaziergänge können helfen, die Lage des Kindes zu optimieren.
  • Entspannungsübungen: Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs können die Wahrnehmung der Kontraktionen erleichtern.
  • Ausreichend trinken: Dehydration kann Kontraktionen verstärken.

Quellen

  1. Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K. T. M. (Hrsg.): Die Geburtshilfe, 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin/Heidelberg, 2016.
  2. Stiefel, A., Geist, C., Harder, U. (Hrsg.): Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf, 5. Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2013.
  3. World Health Organization (WHO): WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. Geneva: WHO, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
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