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Zinksulfat

Was ist Zinksulfat?

Zinksulfat (chemische Formel: ZnSO₄) ist ein anorganisches Zinksalz, das aus Zink und Sulfat besteht. Es tritt in verschiedenen Hydratformen auf, am häufigsten als Monohydrat (ZnSO₄ · H₂O) und als Heptahydrat (ZnSO₄ · 7 H₂O), auch bekannt als Weißer Vitriol. Zinksulfat wird in der Medizin, der Pharmaindustrie sowie als Nahrungsergänzungsmittel zur Deckung des Zinkbedarfs des menschlichen Körpers verwendet.

Biologische Funktion und Wirkmechanismus

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das als Kofaktor für über 300 Enzyme im menschlichen Körper benötigt wird. Nach der oralen Einnahme von Zinksulfat wird das Zinktion im Dünndarm absorbiert und gelangt über das Blut zu den Zielgeweben. Dort entfaltet Zink folgende wichtige Funktionen:

  • Immunsystem: Zink unterstützt die Entwicklung und Aktivität von Immunzellen wie T-Lymphozyten und natürlichen Killerzellen.
  • Enzymaktivität: Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, die an der DNA-Synthese, dem Proteinstoffwechsel und der Zellteilung beteiligt sind.
  • Wundheilung: Zink fördert die Kollagensynthese und die Regeneration von Gewebe.
  • Antioxidativer Schutz: Zink ist Bestandteil des Enzyms Superoxiddismutase (SOD), das freie Radikale neutralisiert.
  • Hormonregulation: Zink spielt eine Rolle bei der Produktion und Wirkung von Insulin sowie Sexualhormonen.
  • Sinneswahrnehmung: Zink ist wichtig für den Geschmacks- und Geruchssinn.

Medizinische Anwendungsgebiete

Zinksulfat wird in folgenden medizinischen Kontexten eingesetzt:

  • Behandlung von Zinkmangel: Bei nachgewiesenem Zinkmangel wird Zinksulfat oral zur Substitution verabreicht.
  • Akrodermatitis enteropathica: Eine seltene genetische Störung der Zinkabsorption, bei der lebenslang Zink supplementiert werden muss.
  • Morbus Wilson: Zinksulfat wird zur Behandlung dieser Kupferstoffwechselstörung eingesetzt, da Zink die Kupferaufnahme im Darm hemmt.
  • Unterstützung bei Durchfallerkrankungen: Die WHO empfiehlt Zinksupplementierung bei Kindern mit akuter Diarrhö in Entwicklungsländern.
  • Dermatologie: Zinkhaltige Präparate werden äußerlich bei Akne, Wunden und Hautentzündungen angewendet.

Dosierung und Einnahme

Die empfohlene Tagesdosis für Zink variiert je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zinkzufuhr von 7 bis 16 mg, abhängig vom Phytatsäuregehalt der Ernährung. Bei therapeutischer Anwendung, z. B. bei Zinkmangel oder Morbus Wilson, können höhere Dosen unter ärztlicher Aufsicht verordnet werden.

Zinksulfat-Präparate werden üblicherweise als Tabletten, Kapseln oder Lösung eingenommen. Die Einnahme sollte möglichst zwischen den Mahlzeiten erfolgen, da Lebensmittelbestandteile wie Phytat (in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten) die Zinkabsorption hemmen können.

Nebenwirkungen und Risiken

Zinksulfat ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung in therapeutischen Dosen generell gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:

  • Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen (besonders bei Einnahme auf nüchternen Magen)
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Metallischer Geschmack im Mund

Bei dauerhafter übermäßiger Zufuhr (über 50 mg Zink pro Tag über längere Zeit) können folgende Probleme auftreten:

  • Kupfermangel: Hohe Zinkmengen hemmen die Kupferaufnahme und können zu einem sekundären Kupfermangel führen.
  • Schwächung des Immunsystems
  • Neurologische Symptome bei extremer Überdosierung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen tolerablen oberen Aufnahmewert (UL) von 25 mg Zink pro Tag für Erwachsene festgelegt.

Wechselwirkungen

Zinksulfat kann mit verschiedenen Substanzen und Medikamenten interagieren:

  • Antibiotika: Zinksulfat kann die Absorption von Tetracyclinen und Fluorchinolonen verringern. Ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden wird empfohlen.
  • Eisen: Gleichzeitige Einnahme von Eisen- und Zinkpräparaten kann die Absorption beider Mineralstoffe beeinträchtigen.
  • Kupfer: Hohe Zinkdosen können die Kupferaufnahme im Darm blockieren.
  • Phytate und Kalzium: Diese Nahrungsbestandteile können die Zinkbioverfgbarkeit reduzieren.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) - Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Zink. 2. Auflage, 2021. URL: https://www.dge.de
  2. World Health Organization (WHO) - Zinc supplementation in the management of diarrhoea. WHO Technical Report, 2005. URL: https://www.who.int
  3. European Food Safety Authority (EFSA) - Scientific Opinion on Dietary Reference Values for zinc. EFSA Journal 2014;12(10):3844. DOI: 10.2903/j.efsa.2014.3844
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