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Scharlach bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Behandlung Scharlach bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Behandlung 2026-08-24T11:31:46+00:00 2026-08-27T09:54:49+00:00

Scharlach bei Kindern: Symptome, Ansteckung und Behandlung

Scharlach bei Kindern zeigt sich häufig durch plötzliches Fieber, Halsschmerzen, einen feinfleckigen Hautausschlag und die typische Himbeerzunge. Besonders häufig tritt die bakterielle Infektionskrankheit im Kita- und Schulalter auf. Wie lange Scharlach ansteckend ist, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist und welche Behandlung infrage kommt, erfährst Du hier.

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch bestimmte Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) ausgelöst wird. Diese Bakterien können Giftstoffe bilden, die den typischen roten Hautausschlag verursachen. Die Erkrankung betrifft vor allem Kinder und Jugendliche zwischen etwa 5 und 15 Jahren, kann aber grundsätzlich in jedem Alter auftreten.

Welche Symptome hat Scharlach bei Kindern?

Die Beschwerden beginnen häufig recht plötzlich, meist wenige Tage nach der Ansteckung. Typisch sind:

  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Stark geröteter Rachen und hohes Fieber
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Bei jüngeren Kindern teilweise Bauchschmerzen oder Erbrechen
  • Feinfleckiger roter Hautausschlag
  • Typische Veränderungen der Zunge

Der Hautausschlag beginnt häufig am ersten oder zweiten Krankheitstag am Oberkörper und breitet sich anschließend weiter aus. Typisch ist außerdem eine blassere Hautregion rund um den Mund.

Himbeerzunge bei Scharlach

Die sogenannte Himbeerzunge gehört zu den bekanntesten Anzeichen von Scharlach. Zu Beginn der Erkrankung kann die Zunge zunächst weißlich oder grau-weiß belegt sein. Nach einigen Tagen verschwindet dieser Belag zunehmend. Die Zunge erscheint anschließend kräftig rot und die Geschmackspapillen treten deutlich hervor – dadurch erinnert sie optisch an eine Himbeere oder Erdbeere. Eine Himbeerzunge allein beweist allerdings nicht, dass ein Kind Scharlach hat. Die Diagnose wird immer zusammen mit den übrigen Beschwerden und gegebenenfalls einem Streptokokken-Test gestellt.

Typischer Hautausschlag

Der typische Scharlach-Ausschlag besteht aus zahlreichen kleinen, dicht stehenden roten Hautveränderungen. Die Haut kann sich dabei insbesondere in den Leisten rau und sandpapierartig anfühlen. Er beginnt häufig am Oberkörper, breitet sich über den Körper aus und spart zunächst meist Handflächen und Fußsohlen aus. In der Regel verschwindet er innerhalb mehrerer Tage. Nach dem Abklingen kann sich die Haut einige Tage später, besonders an Händen und Füßen, abschuppen.

Wie steckt man sich mit Scharlach an?

Scharlach wird hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien befinden sich vor allem im Rachen erkrankter Personen und können beim Husten, Niesen oder Sprechen über kleine Tröpfchen verbreitet werden. Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden liegen meistens etwa 1 bis 3 Tage.

Ohne antibiotische Behandlung können Menschen mit einer akuten Streptokokken-Infektion bis zu etwa drei Wochen ansteckend sein. Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie besteht bei Racheninfektionen in der Regel nach etwa 24 Stunden keine Ansteckungsfähigkeit mehr. 

Wann darf ein Kind nach Scharlach wieder in Kita oder Schule?

Nach § 34 Infektionsschutzgesetz dürfen Kinder mit Scharlach Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Schule zunächst nicht besuchen. Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie ist eine Rückkehr in der Regel nach 24 Stunden möglich, sofern das Kind keine relevanten Krankheitssymptome mehr hat und sich wieder ausreichend wohlfühlt. Ohne antibiotische Behandlung gelten andere Voraussetzungen für die Wiederzulassung.

Diagnose und Behandlung bei Scharlach

Bei typischen Beschwerden kann die kinderärztliche Untersuchung bereits wichtige Hinweise auf Scharlach geben. Bei Bedarf kann ein Rachenabstrich durchgeführt werden, um A-Streptokokken nachzuweisen. Die Behandlung richtet sich nach dem Befund und dem Krankheitsverlauf.

Gegen Fieber und Halsschmerzen können altersgerechte fieber- und schmerzlindernde Maßnahmen helfen. Wichtig sind außerdem ausreichend Flüssigkeit und körperliche Ruhe. Ob eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand der Beschwerden, des Befunds und des individuellen Krankheitsverlaufs. Antibiotika können unter anderem die Ansteckungszeit deutlich verkürzen. Wird ein Antibiotikum verordnet, sollte es genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden.

Kann ein Kind mehrmals Scharlach bekommen?

Ja. Eine durchgemachte Scharlach-Erkrankung schützt nicht vollständig vor einer erneuten Infektion. Der Grund ist, dass verschiedene Stämme von A-Streptokokken unterschiedliche Giftstoffe bilden können. Ein Kind kann deshalb im Laufe der Zeit mehrmals an Scharlach erkranken.

Wann sollte ein Kind mit Scharlach zum Arzt?

Bei Verdacht auf Scharlach ist eine kinderärztliche Abklärung sinnvoll. Besonders wichtig ist sie bei:

  • Anhaltend hohem Fieber
  • Starken Schluckbeschwerden
  • Atemproblemen
  • Unzureichender Flüssigkeitsaufnahme
  • Deutlich reduziertem Allgemeinzustand

Fazit: Scharlach bei Kindern richtig einordnen

Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die besonders häufig Kinder betrifft. Typische Hinweise sind die Kombination aus Halsschmerzen, Fieber, Hautausschlag und Himbeerzunge. Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, sollte die Diagnose bei Verdacht kinderärztlich gestellt werden.


Quellen

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Erregersteckbrief Scharlach. https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/scharlach/

gesund.bund.de: Scharlach – Ansteckung, Symptome und Therapie. https://gesund.bund.de/scharlach

kindergesundheit-info.de / BIÖG: Wann ärztliche Abklärung notwendig ist. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/krankheitszeichen/arztbesuch-zwingend/

Robert Koch-Institut. (2025, 7. Mai). Streptococcus Pyogenes-Infektionen. Zur Quelle.

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