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18 SSW

Die 18. Schwangerschaftswoche (18 SSW) im Überblick

Die 18. Schwangerschaftswoche (18 SSW) gehört zum zweiten Trimester der Schwangerschaft und markiert eine aufregende Phase der fetalen Entwicklung. Das Ungeborene nimmt nun deutlich menschliche Züge an, und viele werdende Mütter berichten in dieser Zeit erstmals von spürbaren Kindsbewegungen, den sogenannten Kindsbewegungen oder "Quickening".

Entwicklung des Babys in der 18 SSW

In der 18. Schwangerschaftswoche hat das Baby eine Scheitel-Steiß-Länge von etwa 14 cm und wiegt ungefähr 190 bis 200 Gramm. Die Entwicklung schreitet in vielen Bereichen gleichzeitig voran:

  • Nervensystem: Das Gehirn entwickelt sich rasant. Nervenbahnen werden mit einer schützenden Myelinscheide umhüllt, was die Signalweiterleitung verbessert.
  • Sinnesorgane: Die Ohren sind nun vollständig ausgebildet und in ihrer endgültigen Position. Das Baby kann erste Geräusche aus der Umgebung wahrnehmen.
  • Bewegungen: Die Muskulatur ist so weit entwickelt, dass das Baby aktiv strampeln, greifen und sich drehen kann. Viele Mütter, besonders bei einer Zweit- oder Mehrgeburt, nehmen diese Bewegungen bereits deutlich wahr.
  • Haut: Die Haut ist noch dünn und durchscheinend. Sie wird von einer weißlichen Schutzschicht, dem Vernix caseosa, bedeckt, die das Ungeborene vor dem Fruchtwasser schützt.
  • Geschlechtsmerkmale: Die äußeren Geschlechtsorgane sind in der Regel bereits gut sichtbar, sodass das Geschlecht des Kindes bei einem Ultraschall häufig bestimmt werden kann.
  • Verdauungssystem: Der Darm beginnt, Mekonium (den ersten Stuhlgang nach der Geburt) zu bilden. Die Nieren produzieren bereits Urin.

Veränderungen im Körper der Mutter

In der 18 SSW ist der Bauch der werdenden Mutter deutlich sichtbar. Die Gebärmutter hat die Größe einer Melone erreicht und reicht bis knapp unterhalb des Bauchnabels. Typische Begleiterscheinungen in dieser Woche können sein:

  • Rücken- und Beckenschmerzen durch das veränderte Gewicht
  • Schwindel und Kreislaufbeschwerden, da der Blutkreislauf mehr leisten muss
  • Nasenblüten und verstopfte Nase durch erhöhte Durchblutung der Schleimhäute
  • Erste spürbare Kindsbewegungen (bei Erstgebärenden oft erst etwas später)
  • Wachsende Brüste und erste Kolostrumbildung möglich

Vorsorgeuntersuchungen und Ultraschall in der 18 SSW

Im Zeitraum der 18. Schwangerschaftswoche findet in der Regel der zweite große Ultraschall (auch als Feindiagnostik oder Organscreening bezeichnet) statt. Dieser detaillierte Ultraschall wird üblicherweise zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt und umfasst:

  • Prüfung der Entwicklung aller Organe des Babys
  • Messung von Kopfdurchmesser, Bauchumfang und Femurlänge (Oberschenkelknochen)
  • Beurteilung der Lage und Funktion der Plazenta
  • Kontrolle der Fruchtwassermenge
  • Mögliche Bestimmung des Geschlechts des Kindes

Zusätzlich stehen optionale pränatale Diagnostikmöglichkeiten wie der Triple-Test (Bluttest zur Risikoeinschätzung für chromosomale Abweichungen) zur Verfügung, der noch in diesem Zeitraum durchgeführt werden kann.

Ernährung und Lebensstil in der 18 SSW

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung bleibt in der 18 SSW essentiell. Wichtige Nährstoffe in dieser Phase sind:

  • Folatsäure (Folat): Unterstützt die Zellteilung und die Entwicklung des Nervensystems.
  • Eisen: Fördert die Blutbildung und beugt Schwangerschaftsanämie vor.
  • Kalzium und Vitamin D: Fördern den Knochenaufbau des Babys.
  • Omega-3-Fettsäuren (DHA): Wichtig für die Gehirn- und Augenentwicklung des Ungeborenen.
  • Jod: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion und die neuronale Entwicklung.

Regelmäßige, leichte körperliche Aktivität wie Schwimmen, Spazierengänge oder spezielles Schwangerschaftsyoga kann Beschwerden lindern und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Auf Alkohol, Nikotin und bestimmte Medikamente sollte konsequent verzichtet werden.

Wann zum Arzt?

In der 18 SSW sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden bei:

  • Starken oder anhaltenden Bauchkrämpfen
  • Vaginalen Blutungen
  • Plötzlichem Auslaufen von Flüssigkeit (möglicher Blasensprung)
  • Starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen
  • Deutlich reduzierter oder fehlender Kindsbewegung (bei zuvor wahrgenommenen Bewegungen)
  • Hohem Fieber oder starken Schmerzen

Quellen

  1. Stauber, M. & Weyerstahl, T. (2007). Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. World Health Organization (WHO) (2016). WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. WHO Press, Genf.
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) (2022). Mutterschafts-Richtlinien. Verfügbar unter: https://www.g-ba.de/richtlinien/19/
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