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37 SSW

Was bedeutet die 37. Schwangerschaftswoche (37 SSW)?

Die 37. Schwangerschaftswoche (37 SSW) ist ein bedeutender Meilenstein in der Schwangerschaft. Ab dieser Woche gilt das Baby offiziell als frühterminlich (englisch: "early term"), das heißt, es ist grundsätzlich reif genug, um außerhalb der Gebärmutter zu leben. Eine Schwangerschaft gilt ab der 37+0 SSW nicht mehr als Frühgeburt. Der errechnete Geburtstermin liegt in der Regel um die 40. SSW, sodass noch einige Wochen Zeit bleiben können.

Entwicklung des Babys in der 37 SSW

In der 37. Schwangerschaftswoche hat das Baby einen beeindruckenden Entwicklungsstand erreicht. Die wichtigsten Organe sind ausgereift und funktionsfähig.

  • Größe und Gewicht: Das Baby ist nun etwa 48–50 cm groß und wiegt durchschnittlich 2.800–3.000 Gramm.
  • Lungen: Die Lungen sind weitgehend ausgereift. Das Baby produziert ausreichend Surfactant, einen Stoff, der die Lungenblasen offenhalten und das Atmen nach der Geburt ermöglichen.
  • Gehirn und Nervensystem: Das Gehirn entwickelt sich bis zur Geburt und darüber hinaus weiter. Studien zeigen, dass Babys, die in der 37. oder 38. SSW geboren werden, im Vergleich zu Babys, die in der 39. oder 40. SSW zur Welt kommen, leicht erhöhte Risiken für neurologische Entwicklungsverzögerungen haben können.
  • Körperfett: Das Baby legt weiterhin Fettreserven an, die nach der Geburt zur Wärmeregulierung und Energieversorgung dienen.
  • Lanugohaare: Die feinen Lanugohaare, die den Körper des Babys bedeckt haben, werden größtenteils abgestossen.
  • Vernix caseosa: Die weißliche Schutzschicht auf der Haut des Babys nimmt ab, kann aber bei der Geburt noch teilweise vorhanden sein.
  • Reflexe: Saug- und Schluckreflex sind gut ausgebildet, was das Stillen nach der Geburt erleichtert.

Veränderungen im Körper der Mutter in der 37 SSW

In der 37. SSW bereitet sich der mütterliche Körper zunehmend auf die bevorstehende Geburt vor. Typische Empfindungen und Veränderungen sind:

  • Senkwehen (Vorwehen): Unregemäßige, schmerzarme Kontraktionen, die die Gebärmutter auf die Geburt vorbereiten.
  • Senkung des Bauches: Das Baby dreht sich mit dem Kopf nach unten (Schädellage) und senkt sich tiefer ins Becken. Dadurch kann die Mutter leichter atmen, während der Druck auf die Blase zunimmt.
  • Harndrang: Durch den Druck des Babykopfes auf die Blase erhöht sich der Harndrang.
  • Rückenschmerzen: Erhöhter Druck im Beckenbereich kann Rücken- und Beckenschmerzen verursachen.
  • Veränderungen am Gebärmutterhals: Der Muttermund beginnt sich möglicherweise zu weichen und zu verkrzen (Zervixreifung).
  • Ausfluss: Ein veränderter oder erhöhter vaginaler Ausfluss kann auf die bevorstehende Geburt hinweisen. Der sogenannte Schleimpfropf kann sich in dieser Phase lösen.
  • Müdigkeit und emotionale Veränderungen: Viele Schwangere erfahren in der 37. SSW Schlafprobleme und eine erhöhte emotionale Sensibilität.

Vorsorgeuntersuchungen in der 37 SSW

In der 37. Schwangerschaftswoche finden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder der Hebamme statt. Dazu gehören:

  • Kontrolle des Blutdrucks und des Gewichts der Mutter
  • Urinuntersuchung auf Eiweiß und Zucker
  • CTG (Kardiotokographie): Überwachung der kindlichen Herzfrequenz und der Wehentätigkeit
  • Ultraschall: Lagebestimmung des Babys, Beurteilung des Fruchtwassers und Wachstumskontrolle
  • GBS-Abstrich (Gruppe-B-Streptokokken): In manchen Ländern wird in der 35.–37. SSW ein Abstrich auf Gruppe-B-Streptokokken durchgeführt, um das Infektionsrisiko für das Neugeborene zu beurteilen.

Wann sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen?

Auch wenn die 37 SSW als frühterminlich gilt, sollten bestimmte Symptome sofort ärztlich abgeklärt werden:

  • Regelmäßige, schmerzhafte Wehen (alle 5–10 Minuten oder häufiger)
  • Blasensprung oder Flüssigkeitsaustritt aus der Scheide
  • Starke Blutungen
  • Heftige Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen (mögliche Zeichen einer Präeklampsie)
  • Deutlich verringerte Kindsbewegungen

Tipps für die 37 SSW

In der 37. Schwangerschaftswoche empfiehlt es sich, die letzten Vorbereitungen für die Geburt abzuschließen:

  • Kliniktasche packen und Geburtsplan fertigstellen
  • Hebamme und Geburtsort bestätigen
  • Regelmäßige, leichte Bewegung wie Spazierengänge zur Vorbereitung des Körpers auf die Geburt
  • Ausreichend Ruhe und Schlaf
  • Auf Kindsbewegungen achten und bei Veränderungen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Stillen vorbereiten: Informationen über das Stillen einholen und gegebenenfalls eine Still-Beratung in Anspruch nehmen

Quellen

  1. American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) - Committee Opinion: Definition of Term Pregnancy, 2013. Verfügbar unter: https://www.acog.org
  2. World Health Organization (WHO) - Preterm birth Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Stiftung Kindergesundheit - Schwangerschaftskalender: Die 37. Schwangerschaftswoche. Verfügbar unter: https://www.kindergesundheit.de
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