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38 SSW

Was bedeutet die 38. Schwangerschaftswoche?

Die 38. Schwangerschaftswoche (38 SSW) markiert einen wichtigen Meilenstein in der Schwangerschaft. Das Baby wird zu diesem Zeitpunkt als reifgeboren bezeichnet, da alle lebenswichtigen Organe vollständig ausgebildet sind. Der errechnete Geburtstermin liegt in der Regel in der 40. SSW, dennoch ist eine Geburt in der 38. SSW medizinisch als völlig normal und risikoarm eingestuft. Viele Schwangere befinden sich in dieser Woche bereits in freudiger Erwartung und spüren erste Anzeichen einer bevorstehenden Geburt.

Entwicklung des Babys in der 38 SSW

In der 38. Schwangerschaftswoche hat das Baby eine Körpergröße von etwa 49 bis 51 Zentimetern und wiegt durchschnittlich 3.000 bis 3.300 Gramm. Die wichtigsten Entwicklungsschritte in dieser Phase umfassen:

  • Lunge: Die Lunge ist vollständig ausgereift und produziert ausreichend Surfactant, um nach der Geburt selbstständig zu atmen.
  • Gehirn und Nervensystem: Das Gehirn entwickelt sich auch nach der Geburt weiter, ist aber funktionsfähig.
  • Haut: Die Haut ist glätter geworden, der schützende Käseschmiere-Überzug (Vernix caseosa) geht zurück.
  • Haare und Nägel: Fingernägel und Zehennägel sind vollständig ausgebildet, der Lanugo-Flaum (feine Körperhärchen) ist größtenteils verschwunden.
  • Verdauungssystem: Im Darm hat sich Mekonium (das erste Stuhlprodukt des Neugeborenen) angesammelt.
  • Immunsystem: Das Baby hat über die Plazenta mütterliche Antikörper erhalten, die es in den ersten Lebensmonaten schützen.

Körperliche Veränderungen der Mutter in der 38 SSW

In der 38. SSW erleben viele Schwangere eine Reihe von körperlichen Veränderungen, die auf die bevorstehende Geburt hinweisen:

  • Senkwehen: Das Baby senkt sich tiefer in das Becken, was den Druck auf die Lunge erleichtert, aber Druck auf die Blase erhöht.
  • Braxton-Hicks-Kontraktionen: Übungswehen werden stärker und häufiger.
  • Schleimpfropf: Der Zervixschleim (Schleimpfropf) kann sich lösen, was ein Zeichen für die beginnende Geburtsvorbereitung ist.
  • Beckenschmerzen und Rückenschmerzen: Durch die Verlagerung des Schwerpunkts und die Auflockerung der Beckenbänder treten häufig Schmerzen auf.
  • Verdauungsbeschwerden: Sodbrennen, Verstopfung oder häufiger Harndrang sind typische Begleiterscheinungen.
  • Schlafstörungen: Das Einschlafen und Durchschlafen fällt vielen Schwangeren in dieser Phase schwer.

Vorsorgeuntersuchungen in der 38 SSW

In der 38. Schwangerschaftswoche finden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder bei der Hebamme statt. Dabei werden typischerweise folgende Parameter überprüft:

  • Herzfrequenz des Babys mittels Kardiotokografie (CTG)
  • Lage und Position des Kindes (Schädel- oder Beckenendlage)
  • Muttermundsbefund und Zervixreife
  • Blutdruck und Urinwerte der Mutter
  • Gewicht und allgemeiner Gesundheitszustand der Mutter

Wann sollte man sofort einen Arzt aufsuchen?

In der 38. SSW gibt es bestimmte Warnsignale, bei denen sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte:

  • Regelmäßige, schmerzhafte Wehen im Abstand von weniger als 5 Minuten
  • Blasensprung (Abgang von klarem oder trübem Fruchtwasser)
  • Starke oder anhaltende Bauchschmerzen
  • Vaginale Blutungen
  • Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder plötzliche Ödeme (mögliche Anzeichen einer Präeklampsie)
  • Deutlich verstärkte oder deutlich verminderte Kindsbewegungen

Tipps für die 38. Schwangerschaftswoche

Um die letzte Phase der Schwangerschaft möglichst entspannt zu gestalten, empfehlen Hebammen und Ärzte folgende Maßnahmen:

  • Kliniktasche packen: Alle notwendigen Utensilien für die Geburt und den Krankenhausaufenthalt sollten bereitliegen.
  • Geburtsplan erstellen: Wünsche zur Geburt können schriftlich festgehalten und mit dem Geburtshelfer besprochen werden.
  • Bewegung: Moderate Bewegung wie Spazierengänge kann die Geburt fördern.
  • Entspannung: Atemtechniken, Yoga oder meditative Methoden helfen, Stress zu reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung unterstützt Mutter und Kind in dieser Phase.

Quellen

  1. Stiefel, A., Geist, C., Harder, U. (Hrsg.) - Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag, 5. Auflage (2020).
  2. World Health Organization (WHO) - WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. WHO Press, Geneva (2016). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241549912
  3. Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K.T.M. - Die Geburtshilfe. Springer Verlag, 5. Auflage (2016).
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