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Der Eisprung (medizinisch: Ovulation) bezeichnet den Moment im weiblichen Menstruationszyklus, in dem ein reifes Ei aus dem Eierstock freigesetzt wird. Dieser Vorgang findet bei einem regelmäßigen 28-tägigen Zyklus in der Regel um den 14. Zyklustag statt, kann jedoch je nach individueller Zykluslänge variieren. Die Tage rund um den Eisprung gelten als die fruchtbarsten Tage einer Frau.
Viele Frauen bemerken den Eisprung an charakteristischen körperlichen Veränderungen. Diese Anzeichen können einzeln oder in Kombination auftreten und sind interindividuell unterschiedlich stark ausgeprägt.
Rund um den Eisprung verändert sich die Konsistenz des Zervixschleims (Gebärmutterhalsschleim) deutlich. Er wird klarer, glitschiger und fadenziehend – ähnlich wie rohes Eiweiß. Diese Veränderung erleichtert den Spermien das Eindringen und ist ein zuverlässiges körperliches Signal für die fruchtbare Phase.
Viele Frauen spüren zum Zeitpunkt des Eisprungs einen leichten, ziehenden oder stechenden Schmerz im Unterleib, meist auf einer Seite. Dieser als Mittelschmerz bekannte Schmerz entsteht durch das Platzen des Follikels und kann einige Minuten bis wenige Stunden anhalten.
Die Basaltemperatur – die Körpertemperatur in völliger Ruhe, gemessen direkt nach dem Aufwachen – steigt nach dem Eisprung um etwa 0,2 bis 0,5 Grad Celsius an. Dieser Anstieg wird durch das Hormon Progesteron ausgelöst und bleibt bis zur nächsten Menstruation bestehen. Die Messung der Basaltemperatur ist Teil der natürlichen Familienplanung (NFP).
Während des Eisprungs wird der Gebärmutterhals weicher, öffnet sich leicht und nimmt eine höhere Position in der Scheide ein. Diese Veränderungen sind bei regelmäßiger Selbstuntersuchung tastbar.
Manche Frauen bemerken zum Zeitpunkt des Eisprungs eine leichte Schmierblutung oder rosafarbene Einfärbung des Schleims. Ursache ist ein kurzzeitiger Abfall des Östrogenspiegels beim Übergang zur Gelbkörperphase.
Viele Frauen erleben rund um den Eisprung eine erhöhte Libido. Dieses Phänomen ist biologisch sinnvoll, da es die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöht.
Durch hormonelle Veränderungen rund um den Eisprung können die Brüste leicht geschwollen oder berührungsempfindlich sein.
Der Eisprung wird durch einen starken Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) ausgelöst, das von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird. Dieser sogenannte LH-Peak führt zur endgültigen Reifung und Freisetzung der Eizelle. Östrogen erreicht kurz vor dem Eisprung seinen Höhepunkt, danach steigt Progesteron an.
Wenn der Eisprung regelmäßig ausbleibt (Anovulation), der Zyklus stark unregelmäßig ist oder bei unerfülltem Kinderwunsch nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Auch sehr starke Mittelschmerzen bedürfen einer ärztlichen Abklärung.