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Der BPD (Biparietaler Durchmesser) ist ein standardisierter Ultraschallmesswert, der in der Schwangerschaft regelmäßig erhoben wird. Er beschreibt den größten Querdurchmesser des kindlichen Schädels, also die Breite des Kopfes von einer Scheläfenseite zur anderen. Der Begriff setzt sich aus den lateinischen Wörtern bis (zweimal), paries (Wand) und diameter (Durchmesser) zusammen und bezieht sich auf die beiden Scheitelbeine (Ossa parietalia) des kindlichen Schädels.
Der BPD ist einer der am häufigsten verwendeten Parameter in der pränatalen Diagnostik und wird gemeinsam mit anderen Biometrie-Werten wie dem Kopfumfang (KU), dem Abdomenumfang (AU) und der Femurlange (FL) eingesetzt, um das Wachstum und die Entwicklung des Kindes im Mutterleib zu beurteilen.
Der biparietale Durchmesser kann ab etwa der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) sonografisch bestimmt werden. Besonders aussagekräftig ist er im zweiten Trimester, vor allem zwischen der 14. und 22. SSW. In dieser Phase wächst der Schädel des Kindes sehr gleichmäßig und der BPD eignet sich gut zur Altersbestimmung des Fetus (Gestationsalter).
Im dritten Trimester nimmt die Genauigkeit der Altersbestimmung anhand des BPD ab, da individuelle Wachstumsvariationen zunehmen. Dennoch bleibt der Wert wichtig zur Verlaufskontrolle des fetalen Wachstums.
Die Messung des BPD erfolgt mittels Ultraschall (Sonografie). Der Arzt oder die Ärztin platziert die Messlinie in einer standardisierten Ebene des kindlichen Schädels, dem sogenannten Biparietal-Schnitt. Diese Ebene verläuft durch charakteristische anatomische Landmarken wie den Thalamus und das Cavum septi pellucidi.
Die Messung wird von der Außenkante des näheren Schädelknochens bis zur Innenkante des entfernteren Schädelknochens durchgeführt (sogenannte Outer-to-Inner-Methode). Alternativ wird auch die Outer-to-Outer-Methode verwendet. Wichtig ist, dass die Messmethode dokumentiert und bei Verlaufskontrollen beibehalten wird, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Die Normwerte des BPD verändern sich mit fortschreitender Schwangerschaft. Die folgende Übersicht zeigt typische Richtwerte für ausgewählte Schwangerschaftswochen (Mittelwerte gemäß gängigen Wachstumskurven):
Einzelne Messwerte sollten immer im Kontext aller anderen Biometrie-Parameter sowie der individuellen Familienmerkmale (z. B. Kopfform der Eltern) bewertet werden. Abweichungen von der Norm bedeuten nicht zwingend, dass etwas nicht stimmt.
Im zweiten Trimester erlaubt der BPD eine recht genaue Schätzung des Schwangerschaftsalters. Dies ist besonders hilfreich, wenn das genaue Datum der letzten Menstruation unbekannt oder unsicher ist. Die Abweichung bei der Altersschätzung beträgt im zweiten Trimester typischerweise ± 7–10 Tage.
Durch regelmäßige BPD-Messungen im Verlauf der Schwangerschaft lässt sich beurteilen, ob das Kind entsprechend seiner Entwicklungsstufe wächst. Ein zu kleiner BPD kann auf eine fetale Wachstumsrestriktion (FGR) oder in seltenen Fällen auf eine Mikrozephalie (auffällig kleiner Kopf) hinweisen. Ein zu großer BPD kann auf Makrozephalie, Hydrozephalus (Wasseransammlung im Gehirn) oder übermäßiges fetales Wachstum (z. B. bei schlecht eingestelltem Gestationsdiabetes) hindeuten.
Der BPD wird häufig in Kombination mit dem Fronto-Okzipitalen Durchmesser (FOD) ausgewertet, um den sogenannten Cephalic Index (CI) zu berechnen. Dieser beschreibt die Form des kindlichen Schädels:
Bei auffälliger Kopfform wird deshalb zusätzlich der Kopfumfang (KU) als zuverlässigerer Parameter herangezogen.
In Deutschland ist die Ultraschalldiagnostik in der Schwangerschaft über die Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Gesetzlich versicherten Schwangeren stehen im Rahmen der Basisversorgung drei Ultraschalluntersuchungen zu (in der 9.–12., 19.–22. und 29.–32. SSW). Der BPD wird bei diesen Untersuchungen routinemäßig gemessen und dokumentiert.
Zusätzlich kann im Rahmen von DEGUM-Stufendiagnostik (Stufe II oder III) eine erweiterte Sonografie erfolgen, etwa bei Risikoschwangerschaften oder auffälligen Vorbefunden. Hier wird der BPD im Kontext einer umfassenden fetalen Biometrie und Organdiagnostik bewertet.
In der Regel werden auffällige BPD-Werte von der behandelnden Gynäkologin oder dem behandelnden Gynäkologen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung besprochen. Schwangere sollten ärztlichen Rat suchen, wenn:
Ein einzelner auffälliger Messwert ist noch kein Grund zur Beunruhigung – die Gesamtheit aller Parameter und der klinische Kontext sind entscheidend für die Beurteilung.