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Die Fontanelle ist ein weicher, nicht verknöcherter Bereich auf dem Schädel eines Neugeborenen oder Säuglings, an dem die Schädelknochen noch nicht vollständig zusammengewachsen sind. Beim gesunden Kind tastet sich die Fontanelle leicht weich und ist in der Regel auf gleicher Höhe mit der umgebenden Kopfhaut oder minimal pulsierend. Wenn die Fontanelle deutlich nach innen eingefallen oder eingesunken erscheint, spricht man von einer eingefallenen Fontanelle (medizinisch: deprimierte oder eingesunkene Fontanelle). Dies ist ein wichtiges klinisches Zeichen, das auf einen Flüssigkeitsmangel oder andere Erkrankungen hinweisen kann.
Beim Säugling gibt es mehrere Fontanellen, von denen die vordere Fontanelle (Fonticulus anterior) die größte und klinisch bedeutsamste ist. Sie liegt an der Scheitelmitte des Kopfes und schließt sich normalerweise zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat.
Die häufigste Ursache einer eingefallenen Fontanelle ist Dehydration (Flüssigkeitsmangel). Wenn ein Säugling zu wenig Flüssigkeit aufnimmt oder übermäßig viel verliert, sinkt der Gewebedruck im Schädel, was zu einer sichtbaren Einbuchtung der Fontanelle führt. Weitere mögliche Ursachen sind:
Eine eingefallene Fontanelle ist selbst ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild. Sie tritt häufig gemeinsam mit weiteren Zeichen einer Dehydration auf, die Eltern kennen sollten:
Bei schwerer Dehydration können zusätzlich schneller Herzschlag, flache Atmung und Bewusstseinsveränderungen auftreten. Diese Zeichen stellen einen medizinischen Notfall dar.
Die Beurteilung der Fontanelle gehört zur Routineuntersuchung bei Säuglingen. Der Kinderarzt bewertet dabei:
Je nach klinischem Befund können zusätzliche Blut- oder Urinuntersuchungen durchgeführt werden, um das Ausmaß der Dehydration und mögliche Ursachen zu bestimmen.
Die Behandlung einer eingefallenen Fontanelle richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Im häufigsten Fall der Dehydration steht die Flüssigkeitszufuhr im Vordergrund:
Eltern sollten bei einem Säugling mit eingefallener Fontanelle und gleichzeitigen Zeichen von Krankheit oder Trinkschwäche umgehend einen Kinderarzt oder eine Notaufnahme aufsuchen, da eine schwere Dehydration im Säuglingsalter lebensbedrohlich sein kann.
Eine eingefallene Fontanelle sollte immer ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn zusätzlich folgende Symptome bestehen:
Im Zweifelsfall gilt: Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen, da Säuglinge sehr schnell dehydrieren können.