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Die Fontanelle ist eine weiche, noch nicht vollständig verknocherte Stelle am Schädel eines Säuglings. Die größte davon, die sogenannte vordere Fontanelle (Fonticulus anterior), befindet sich am Scheitelpunkt des Kopfes und schließt sich in der Regel zwischen dem 9. und 18. Lebensmonat. Im Normalzustand ist die Fontanelle leicht gewölbt oder flach und pulsiert schwach im Rhythmus des Herzschlags.
Von einer eingesunkenen Fontanelle spricht man, wenn die weiche Stelle am Schädel des Babys sichtbar nach innen eingezogen wirkt. Dies ist ein klinisch relevantes Zeichen, das in den meisten Fällen auf einen Flüssigkeitsmangel des Kindes hinweist und ärztlich abgeklärt werden sollte.
Die häufigste Ursache für eine eingesunkene Fontanelle ist Dehydration, also ein Mangel an Flüssigkeit im Körper des Säuglings. Weitere mögliche Ursachen umfassen:
Eine eingesunkene Fontanelle tritt selten allein auf. Häufig zeigen sich gleichzeitig weitere Zeichen der Dehydration oder einer zugrunde liegenden Erkrankung:
Im Gegensatz dazu weist eine vorspringende oder vorgebuchtete Fontanelle auf einen erhöhten Hirndruck hin und ist ebenfalls ein Alarmsignal, das sofortige ärztliche Behandlung erfordert.
Die Diagnose einer eingesunkenen Fontanelle erfolgt durch körperliche Untersuchung beim Kinderarzt oder in der Notaufnahme. Der Arzt beurteilt dabei:
Je nach Schweregrad können Blutuntersuchungen (z.B. Elektrolyte, Nierenwerte) oder eine Urinanalyse angeordnet werden, um das Ausmaß der Dehydration und mögliche Ursachen zu bestimmen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Dehydration:
Bei leichter Dehydration empfiehlt der Arzt in der Regel, die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen. Gestillte Babys sollten häufiger angelegt werden. Bei fläschchengenährten Kindern kann die Trinkmenge angepasst werden. Spezielle orale Rehydrationslösungen (z.B. mit Elektrolyten) können helfen, den Flüssigkeits- und Salzhaushalt wiederherzustellen.
Bei ausgepragter Dehydration ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig. Dabei wird dem Kind Flüssigkeit intravenous (direkt in die Vene) zugeführt. Gleichzeitig werden Elektrolyte wie Natrium und Kalium ausgeglichen.
Falls eine zugrunde liegende Ursache wie eine Infektion, Durchfall oder Erbrechen vorliegt, wird diese gezielt behandelt. Antibiotika, Antiemetika oder andere Medikamente können je nach Diagnose eingesetzt werden.
Eltern sollten umgehend ärztliche Hilfe suchen, wenn ihr Baby:
Eine eingesunkene Fontanelle bei einem Neugeborenen oder Säugling ist immer als ernst zu nehmendes Warnsignal zu werten und sollte nie abgewartet werden.