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Fructooligosaccharide (FOS), auch als Oligofructose bezeichnet, sind kurzkettige Kohlenhydrate, die aus Fructose-Einheiten bestehen und zur Gruppe der Präbiotika gehören. Sie kommen natürlich in einer Vielzahl von Pflanzen vor und werden vom menschlichen Körper nicht verdaut, da dem Menschen die entsprechenden Enzyme fehlen. Stattdessen gelangen sie unverändert in den Dickdarm, wo sie als Nahrungsquelle für nützliche Darmbakterien dienen.
FOS gehören zur breiteren Kategorie der Ballaststoffe und werden in der Lebensmittelindustrie sowohl als funktionelle Zutat als auch als kalorienreduzierter Süßungsmittelersatz eingesetzt. Ihr süßlicher Geschmack beträgt etwa 30–50 % der Süßkraft von Saccharose (Haushaltszucker).
FOS wirken hauptsächlich durch ihre präbiotische Aktivität im Dickdarm. Da sie unverdaut den Darm erreichen, werden sie dort von Bakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen fermentiert. Dieser Fermentationsprozess führt zu mehreren positiven Effekten:
FOS kommen in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln natürlich vor. Besonders reich an FOS sind:
In der Lebensmittelindustrie werden FOS häufig aus Chicoree-Inulin durch enzymatische Hydrolyse gewonnen und als Zutat in Joghurt, Keksen, Riegelformen und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet.
Der bekannteste Nutzen von FOS liegt in ihrer positiven Wirkung auf das Darmmikrobiom. Zahlreiche Studien belegen, dass eine regelmäßige Zufuhr von FOS die Anzahl der Bifidobakterien im Darm erhöht und so zur Verbesserung der Darmflora beiträgt. Dies kann Verdauungsbeschwerden lindern und die Stuhlregularität fördern.
FOS haben einen sehr niedrigen glykämischen Index und beeinflussen den Blutzuckerspiegel kaum. Sie können dazu beitragen, die Insulinsensitivität zu verbessern und die Aufnahme von Glucose im Darm zu verlangsamen.
Untersuchungen zeigen, dass FOS die Aufnahme von Calcium und Magnesium im Darm verbessern können, was besonders für die Knochengesundheit relevant ist.
Durch die Förderung einer gesunden Darmflora können FOS indirekt das Immunsystem stärken, da ein Großteil der Immunzellen im Darm angesiedelt ist.
Es gibt keine offiziell festgelegte Tagesdosis für FOS. In klinischen Studien werden häufig Mengen zwischen 3 und 10 Gramm pro Tag verwendet, um präbiotische Effekte zu erzielen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine allgemeine Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 Gramm pro Tag, zu der FOS beitragen können.
FOS gelten bei moderater Zufuhr als gut verträglich und sicher. Bei höheren Mengen können jedoch folgende Beschwerden auftreten:
Personen mit einem Reizdarmsyndrom (IBS) oder einer FODMAP-Unverträglichkeit sollten FOS mit Vorsicht konsumieren, da diese Substanzen zur Gruppe der fermentierbaren Kohlenhydrate (FODMAPs) gehören und bei empfindlichen Personen Symptome verstärken können.
FOS sind als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver, Kapseln oder Tabletten erhältlich. Sie werden häufig in Kombination mit Probiotika angeboten, um die Wirkung der Bakterienstämme zu unterstützen (sogenannte Synbiotika). Bei der Auswahl eines Präparats sollte auf Qualität und Reinheit geachtet werden.
Die präbiotische Wirkung von FOS ist durch zahlreiche klinische und präklinische Studien gut belegt. Besonders gut untersucht ist die Wirkung auf die Bifidobakterien-Populationen im Darm sowie auf die Calciumaufnahme. Die Europische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bestimmte gesundheitsbezogene Aussagen zu Inulin und FOS bewertet, wobei die Evidenz für einige Anwendungen als ausreichend eingestuft wurde.