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Gebärmutterschleimhaut

Was ist die Gebärmutterschleimhaut?

Die Gebärmutterschleimhaut, medizinisch als Endometrium bezeichnet, ist die innerste Schicht der Gebärmutter (Uterus). Sie kleidet den Gebärmutterhohlraum vollständig aus und besteht aus spezialisierten Gewebezellen, die auf Hormonsignale reagieren. Das Endometrium ist ein hochdynamisches Gewebe, das sich im Verlauf des monatlichen Zyklus der Frau regelmäßig aufbaut, verändert und wieder abbaut.

Aufbau und Struktur

Das Endometrium setzt sich aus zwei funktionell unterschiedlichen Schichten zusammen:

  • Stratum functionale (Funktionalschicht): Die äußere, hormonabhängige Schicht, die sich während des Zyklus aufbaut und bei der Menstruation abgestoßen wird.
  • Stratum basale (Basalschicht): Die tiefere, stabile Schicht, die als Regenerationsgrundlage dient und nach jeder Menstruation die Funktionalschicht neu aufbaut.

Das Gewebe besteht aus Drüsenzellen, Bindegewebe (Stroma) und einem dichten Blutgefäßnetz, das die Nährstoffversorgung und hormonelle Reaktionsfähigkeit sicherstellt.

Funktion im Menstruationszyklus

Die Gebärmutterschleimhaut durchläuft im Rahmen des weiblichen Zyklus (durchschnittlich 28 Tage) verschiedene Phasen:

  • Proliferationsphase (Follikelphase): Unter dem Einfluss von Östrogen wächst und verdickt sich das Endometrium. Neue Blutgefäße und Drüsenstrukturen entstehen.
  • Sekretionsphase (Lutealphase): Nach dem Eisprung sorgt Progesteron dafür, dass die Schleimhaut weiter reift und sich auf eine mögliche Einnistung (Implantation) eines befruchteten Eies vorbereitet.
  • Menstruation: Bleibt eine Befruchtung aus, sinken die Hormonspiegel, und die Funktionalschicht wird abgestoßen. Dies führt zur Menstruationsblutung.

Rolle bei Schwangerschaft und Implantation

Eine entscheidende Aufgabe des Endometriums ist die Aufnahme des befruchteten Eies. Nur in einem optimal vorbereiteten Endometrium kann sich der Embryo einnisten und eine Schwangerschaft beginnen. Die Schleimhaut bildet dann einen Teil der Plazenta und versorgt den heranwachsenden Embryo mit Nährstoffen und Sauerstoff. Eine gestörte Funktion oder Veränderung des Endometriums kann zu Fruchtbarkeitsproblemen führen.

Häufige Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut

Endometriose

Bei der Endometriose wuchert Gebärmutterschleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, Eileitern oder im Bauchraum. Dies kann starke Schmerzen, Menstruationsbeschwerden und Unfruchbarkeit verursachen.

Endometritis

Die Endometritis ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, häufig ausgelöst durch bakterielle Infektionen. Sie kann akut (z. B. nach Geburt oder Eingriff) oder chronisch verlaufen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Endometriumhyperplasie

Bei der Endometriumhyperplasie verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut krankhaft, meist durch einen Überschuss an Östrogen ohne ausreichendes Progesteron. In manchen Fällen kann dies ein Vorstadium von Gebärmutterkrebs sein.

Endometriumkarzinom

Das Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs) ist eine der häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen bei Frauen nach den Wechseljahren. Typische Symptome sind ungewohnte oder postmenopausale Blutungen. Frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

Uterine Polypen

Uterine Polypen sind gutartige Auswuchs der Gebärmutterschleimhaut, die zu unregelmäßigen Blutungen und Implantationsstörungen führen können.

Diagnose von Erkrankungen

Zur Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut stehen verschiedene medizinische Verfahren zur Verfügung:

  • Ultraschall (Sonographie): Nicht-invasive Messung der Schleimhautdicke, oft transvaginal durchgeführt.
  • Hysteroskopie: Direkte Betrachtung des Gebärmutterinneren mit einem dünnen Endoskop.
  • Endometriumbiopsie: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Detaillierte Bildgebung bei Verdacht auf komplexere Veränderungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:

  • Hormonbehandlung: Einsatz von Gestagenen oder hormonellen Verhütungsmitteln bei Hyperplasie oder Endometriose.
  • Antibiotika: Bei bakterieller Endometritis.
  • Operative Eingriffe: Hysteroskopische Entfernung von Polypen oder Myomen, bei bösartigen Veränderungen ggf. Gebärmutterentfernung (Hysterektomie).
  • Assistierte Reproduktion: Bei Implantationsstörungen können spezielle Behandlungen die Empfängnisbereitschaft des Endometriums verbessern.

Wann zum Arzt?

Frauen sollten ärztlichen Rat suchen, wenn sie folgende Symptome bemerken:

  • Unregelmäßige oder ungewohnt starke Menstruationsblutungen
  • Blutungen nach den Wechseljahren
  • Blutungen zwischen den Perioden (Zwischenblutungen)
  • Anhaltende Unterleibsschmerzen
  • Unerfüllter Kinderwunsch trotz regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehr

Quellen

  1. Stauber, M. & Weyerstahl, T. (2013): Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. World Health Organization (WHO): Reproductive Health - Uterine Conditions. Verfügbar unter: https://www.who.int (abgerufen 2024).
  3. American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Endometrial Cancer - Practice Bulletin. ACOG, Washington D.C., 2022.
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