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Der hCG-Wert beschreibt die gemessene Konzentration des Hormons humanes Choriongonadotropin (hCG) im Blut oder Urin. hCG ist ein Glykoproteinhormon, das nach der Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut von den sich entwickelnden Plazentazellen (Trophoblasten) produziert wird. Es ist eines der frühesten nachweisbaren Zeichen einer Schwangerschaft und spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der frühen Schwangerschaft.
hCG übernimmt in der Frühschwangerschaft mehrere wichtige Aufgaben:
Der hCG-Wert kann auf zwei Wegen bestimmt werden:
Handtäuschliche Schwangerschaftstests aus der Apotheke weisen hCG im Urin nach. Sie liefern ein positives oder negatives Ergebnis, messen jedoch keine genaue Konzentration. Ein positives Ergebnis ist in der Regel ab dem ersten Tag der ausgebliebenen Menstruation möglich.
Beim Bluttest wird die genaue hCG-Konzentration im Serum gemessen, angegeben in der Einheit mIU/ml (Milli-Internationale Einheiten pro Milliliter). Dieser Test ist empfindlicher als der Urintest und kann eine Schwangerschaft bereits etwa 8 bis 11 Tage nach der Befruchtung nachweisen.
Die hCG-Konzentration verändert sich im Verlauf der Schwangerschaft stark. Typische Richtwerte im Blutserum sind:
Wichtig: Diese Werte können je nach Labor und Messmethode variieren. Eine ärztliche Einordnung der Ergebnisse ist daher immer notwendig.
In der Frühschwangerschaft (bis etwa zur 6. SSW) verdoppelt sich der hCG-Wert alle 48 bis 72 Stunden. Dieser Anstieg wird ärztlich verfolgt, um den regelrechten Verlauf der Schwangerschaft zu beurteilen. Ein zu langsamer Anstieg kann auf eine Gefährdung der Schwangerschaft hinweisen.
Der hCG-Wert wird in verschiedenen medizinischen Situationen eingesetzt:
Der wichtigste Einsatz ist die frühzeitige und sichere Feststellung einer Schwangerschaft.
Regelmäßige hCG-Kontrollen helfen, die Entwicklung der frühen Schwangerschaft zu beobachten und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Bei einer Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität) steigt der hCG-Wert häufig langsamer als erwartet. Dies kann ein wichtiger diagnostischer Hinweis sein.
Ein deutlicher Rückgang des hCG-Werts in der Frühschwangerschaft kann auf eine drohende oder bereits eingetretene Fehlgeburt hindeuten.
Bei einer Blasenmole (einer seltenen Erkrankung der Plazenta) sind die hCG-Werte üblicherweise extrem hoch.
Erhöhte hCG-Werte bei nicht schwangeren Personen können auf bestimmte Keimzelltumoren (z.B. Hodenkarzinom, Ovarialkarzinom) oder andere Tumorerkrankungen hinweisen. In diesem Kontext wird hCG als Tumormarker eingesetzt.
In der künstlichen Befruchtung (IVF) und bei hormonellen Stimulationsbehandlungen wird hCG auch therapeutisch eingesetzt, um den Eisprung auszulösen oder die Gelbkörperfunktion zu unterstützen.
Eine ärztliche Bestimmung des hCG-Werts ist sinnvoll bei: