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hCG steht für humanes Choriongonadotropin und ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft vom sich entwickelnden Embryo bzw. der Plazenta produziert wird. Es gehört zur Gruppe der Gonadotropine und besteht aus zwei Untereinheiten: der Alpha- und der Beta-Untereinheit. Die Beta-Untereinheit (Beta-hCG) ist für die schwangerschaftsspezifische Wirkung verantwortlich und wird bei Schwangerschaftstests nachgewiesen.
Nach der Befruchtung und Einnistung der Eizelle beginnt der Embryo mit der Produktion von hCG. Dieses Hormon bindet an Rezeptoren des Gelbkörpers (Corpus luteum) im Eierstock und verhindert dessen Rückbildung. Dadurch wird die Produktion von Progesteron aufrechterhalten, das die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert und die frühe Schwangerschaft sichert. Ab etwa der 10. Schwangerschaftswoche übernimmt die Plazenta selbst die Progesteronproduktion.
Der Nachweis von hCG im Blut oder Urin ist die Grundlage herkömmlicher Schwangerschaftstests. Die hCG-Konzentration steigt in den ersten Wochen der Schwangerschaft rasch an und verdoppelt sich typischerweise alle 48 bis 72 Stunden.
Die hCG-Werte variieren je nach Schwangerschaftswoche stark. Typische Orientierungswerte sind:
Nach dem ersten Trimester sinken die hCG-Werte und bleiben auf einem niedrigeren Niveau bis zur Geburt.
hCG wird nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch eingesetzt:
In der künstlichen Befruchtung (IVF) und anderen Verfahren der assistierten Reproduktion wird hCG als Ovulationsauslöser verwendet. Eine Injektion von hCG löst den Eisprung aus, sodass die Eizellentnahme zum optimalen Zeitpunkt erfolgen kann.
Bei Männern kann hCG zur Behandlung eines Hypogonadismus (Unterfunktion der Keimdrüsen) eingesetzt werden, da es die Testosteronproduktion anregt. Auch bei Jungen mit einem nicht abgestiegenen Hoden (Kryptorchismus) wird es therapeutisch genutzt.
Erhöhte hCG-Werte außerhalb einer Schwangerschaft können auf bestimmte Tumorerkrankungen hinweisen, zum Beispiel auf Keimzelltumoren (Hodenkrebs, Ovarialtumoren) oder eine Blasenmole (trophoblastäre Erkrankung). In diesen Fällen dient hCG als Tumormarker zur Verlaufskontrolle.
Abweichende hCG-Werte können klinisch bedeutsam sein:
In der Vergangenheit wurde hCG fälschlicherweise als Mittel zur Gewichtsreduktion beworben (sogenannte "hCG-Diät"). Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass hCG keinen nachgewiesenen Effekt auf die Gewichtsabnahme hat. Medizinische Fachgesellschaften raten von dieser Anwendung ausdrücklich ab.