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Inositol (auch bekannt als Inosit oder myo-Inositol) ist eine zuckerähnliche Verbindung, die zur Gruppe der Polyole gehört und chemisch als Cyclohexanhexol beschrieben wird. Obwohl es oft als "Vitamin B8" bezeichnet wird, handelt es sich nicht um ein klassisches Vitamin, da der Körper es selbst synthetisieren kann. Inositol kommt in neun verschiedenen Formen (Stereoisomeren) vor, wobei myo-Inositol die biologisch bedeutsamste und am häufigsten vorkommende Form ist.
Inositol erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:
Inositol ist in vielen Lebensmitteln enthalten, besonders in:
Der menschliche Körper kann Inositol zudem aus Glukose selbst produzieren, sodass ein isolierter Inositol-Mangel bei ausgewogener Ernährung selten ist.
Das am besten belegte Anwendungsgebiet von Inositol ist das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS). Klinische Studien zeigen, dass die Kombination aus myo-Inositol und D-Chiro-Inositol (einer weiteren Inositolform) die Insulinresistenz verbessern, den Hormonhaushalt regulieren und die Ovulation fördern kann. Die typisch eingesetzte Dosierung beträgt 4 g myo-Inositol pro Tag, oft kombiniert mit 400 µg Folsäure.
Es gibt Hinweise aus klinischen Studien, dass hochdosiertes Inositol (12–18 g/Tag) bei Zwangsstörungen (OCD), Panikstörungen und Depressionen wirksam sein kann, indem es die Serotonin-Signalwege moduliert. Die Evidenz gilt als vielversprechend, aber noch nicht ausreichend für eine breit etablierte klinische Empfehlung.
Inositol wird in der Schwangerschaftsvorsorge untersucht, insbesondere zur Prävention von Gestationsdiabetes bei Risikogruppen sowie zur Unterstützung der fötalen Entwicklung.
Aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Insulinsensitivität wird Inositol auch bei Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom erforscht, wobei erste Ergebnisse eine Senkung von Blutzucker- und Blutfettwerten zeigen.
Es gibt keine offiziell festgelegten Tagesreferenzwerte für Inositol durch die WHO oder die EFSA. In Nahrungsergänzungsmitteln werden je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Mengen verwendet:
Inositol gilt bei üblichen Dosierungen als gut verträglich und sicher. Bei höheren Dosen können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Schwangere und Stillende sowie Personen mit bestehenden Erkrankungen sollten vor der Einnahme von Inositol-Präparaten stets einen Arzt konsultieren. Wechselwirkungen mit Antidepressiva (z. B. SSRIs) sind möglich und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Inositol kann die Wirkung von Lithium beeinflussen, da beide Substanzen den Inositol-Stoffwechsel im Gehirn modulieren. Auch bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva oder Medikamenten zur Blutzuckerkontrolle ist Rücksprache mit einem Arzt empfehlenswert.