Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Kindbettfieber

Was ist Kindbettfieber?

Kindbettfieber, medizinisch als Puerperalfieber oder Wochenbettfieber bezeichnet, ist eine bakterielle Infektion des weiblichen Genitaltrakts, die nach einer Entbindung oder Fehlgeburt auftritt. Historisch war Kindbettfieber eine der häufigsten Todesursachen von Wöchnerinnen. Heute ist die Erkrankung dank moderner Hygiene und Antibiotika gut behandelbar, kann aber ohne rasche Therapie noch immer lebensbedrohlich werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Kindbettfieber entsteht, wenn Bakterien während oder nach der Geburt in den Genitaltrakt eindringen. Besonders häufig sind folgende Erreger beteiligt:

  • Streptokokken der Gruppe A und B
  • Staphylokokken (z. B. Staphylococcus aureus)
  • Escherichia coli und andere Darmbakterien
  • Anaerobier wie Bacteroides-Arten

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Langer Geburtsverlauf mit vorzeitigem Blasensprung
  • Kaiserschnitt (Sectio caesarea)
  • Häufige vaginale Untersuchungen unter der Geburt
  • Plazentareste in der Gebärmutter nach der Geburt
  • Anämie oder geschwichtes Immunsystem der Mutter
  • Infektionen während der Schwangerschaft

Symptome

Kindbettfieber tritt typischerweise innerhalb der ersten zehn Tage nach der Entbindung auf. Charakteristische Zeichen sind:

  • Fieber über 38 °C, das an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen auftritt
  • Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Unterleib
  • Unangenehm riechender vaginaler Ausfluss (Lochien)
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit
  • Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
  • In schweren Fällen: Anzeichen einer Blutvergiftung (Sepsis) mit Kreislaufversagen

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der klinischen Symptome sowie verschiedener Untersuchungen gestellt:

  • Körperliche Untersuchung: Abtasten des Unterleibs, gynäkologische Untersuchung
  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Entzündungswerten (CRP, Leukozyten), Blutbild und Blutkultur zum Erregernachweis
  • Abstrich: Zervikaler oder vaginaler Abstrich zur Keimbestimmung
  • Ultraschall: Zur Beurteilung der Gebärmutter und zum Ausschluss von Plazentaresten oder Abszessen

Behandlung

Die Behandlung von Kindbettfieber muss rasch erfolgen, um schwere Komplikationen zu verhindern:

Antibiotikatherapie

Die wichtigste Maßnahme ist die sofortige Gabe von Breitbandantibiotika, häufig intravenös im Krankenhaus. Die Auswahl der Antibiotika richtet sich nach dem vermuteten oder nachgewiesenen Erreger. Häufig eingesetzt werden Kombinationen aus Amoxicillin-Clavulansäure, Clindamycin oder Gentamicin.

Unterstützende Therapie

Zusätzlich zur Antibiotikagabe werden folgende Malßnahmen eingeleitet:

  • Fiebersenkende Medikamente (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls Infusionstherapie
  • Schmerzmittel zur Linderung von Unterleibsschmerzen

Chirurgische Eingriffe

Falls Plazentareste oder ein Abszess vorliegen, kann eine chirurgische Ausraumung (Kürettage) oder Drainage notwendig sein.

Historische Bedeutung

Kindbettfieber hat eine bedeutende medizinhistorische Rolle. Der österreichische Arzt Ignaz Semmelweis erkannte Mitte des 19. Jahrhunderts als Erster, dass fehlende Händehygiene bei Ärzten und Hebammen Hauptursache des Kindbettfiebers war. Seine Erkenntnisse legten den Grundstein für die moderne Hygiene in der Medizin.

Prävention

Moderne hygienische Maßnahmen haben die Häufigkeit von Kindbettfieber deutlich reduziert. Wichtige Präventionsstrategien umfassen:

  • Sorgfältige Händehygiene des medizinischen Personals
  • Sterile Bedingungen bei Geburten und Kaiserschnitten
  • Prophylaktische Antibiotikagabe bei Kaiserschnitten
  • Regelmäßige Wochenbettkontrolle und rasche ärztliche Abklärung bei Fieber

Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?

Wöchnerinnen sollten umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn nach der Geburt Fieber, starke Unterleibsschmerzen, übel riechender Ausfluss oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Verläufe und Komplikationen wie eine Sepsis zu verhindern.

Quellen

  1. Deutscher Ärzteblatt: Wochenbettfieber - Diagnose und Therapie, 2020.
  2. World Health Organization (WHO): Recommendations for prevention and treatment of maternal peripartum infections, 2015. Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Simchen MJ et al. - Postpartum endometritis and intrauterine infections. In: Obstetrics and Gynecology Clinics of North America, 2020.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin