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Kupfersulfat (chemische Formel: CuSO₄) ist eine anorganische Verbindung aus Kupfer und Schwefelsäure. Es liegt häufig als blaues, kristallines Pentahydrat (CuSO₄ · 5H₂O) vor und ist unter dem Namen Blaustein, Blauvi triol oder Kupfervitriol bekannt. Kupfersulfat ist gut wasserlöslich und findet vielfältige Anwendungen in Medizin, Landwirtschaft, Industrie und Analytik.
Kupfersulfat ist ein Schwermetallsalz, das in wässriger Lösung Kupfer-Ionen (Cu²⁺) freisetzt. Diese Kupfer-Ionen sind für die biologische und toxische Wirkung der Verbindung verantwortlich. Die wasserfreie Form (Anhydrat) ist weißlich-grau und wenig stabil gegenüber Luftfeuchtigkeit.
Kupfer-Ionen wirken antimikrobiell, indem sie mit Proteinen, Enzymen und der DNA von Mikroorganismen reagieren und deren Struktur schädigen. Dieser Mechanismus macht Kupfersulfat wirksam gegen Bakterien, Pilze, Algen und bestimmte Parasiten. In höheren Konzentrationen schädigt Kupfersulfat jedoch auch Zellen des menschlichen Körpers, insbesondere Leber- und Nierenzellen, durch oxidativen Stress und Enzymhemmung.
Historisch wurde Kupfersulfat in der Medizin für verschiedene Zwecke eingesetzt:
Kupfersulfat ist als Fungizid und Algizid weit verbreitet. Die bekannteste Anwendung ist die Bordeaux-Brühe, eine Mischung aus Kupfersulfat und Kalkwasser, die im Wein- und Obstbau zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten wie dem falschen Mehltau eingesetzt wird. In der Aquakultur wird Kupfersulfat zur Kontrolle von Parasiten und Algen verwendet.
Kupfersulfat ist für Menschen und Tiere toxisch. Eine akute Kupfersulfat-Vergiftung kann durch Verschlucken, Einatmen von Staub oder intensiven Hautkontakt auftreten. Typische Vergiftungssymptome umfassen:
Die letale Dosis für Erwachsene liegt bei etwa 10–20 g Kupfersulfat. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist sofort der Notruf (112) oder ein Giftinformationszentrum zu kontaktieren.
Kupfersulfat ist als umweltgefährlich eingestuft. Es akkumuliert in Böden und Gewässern und kann aquatische Organismen schädigen. Der Einsatz in der Landwirtschaft ist in der Europäischen Union deshalb reguliert und unterliegt strengen Grenzwerten. Im Umgang mit Kupfersulfat sind Schutzhandschuhe, Schutzbrille und ausreichende Belüftung empfohlen.