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Mangansulfat (chemische Formel: MnSO₄) ist ein anorganisches Salz des Mangans und der Schwefelsäure. Es gehört zur Gruppe der Manganverbindungen und dient als bioverfügbare Quelle des Spurenelements Mangan. In der pharmazeutischen und ernaehrungswissenschaftlichen Anwendung wird Mangansulfat häufig in Nahrungsergänzungsmitteln, Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung sowie in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt. Als wasserlösliches Salz wird es im Verdauungstrakt gut aufgenommen und steht dem Körper schnell zur Verfügung.
Mangan ist ein essentielles Spurenelement, das der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Mangansulfat liefert Mangan in einer gut resorbierbaren Form. Die wichtigsten biologischen Funktionen umfassen:
Mangansulfat wird als Zusatz zu parenteralen Ernährungslösungen eingesetzt, um Patienten, die nicht über den Magen-Darm-Trakt ernährt werden können, mit dem notwendigen Mangan zu versorgen. Dabei wird es direkt über eine Infusion in den Blutkreislauf verabreicht. Die Dosierung erfolgt streng nach medizinischer Verordnung.
In oralen Nahrungsergänzungsmitteln wird Mangansulfat als gut bioverfügbare Manganquelle verwendet. Es kommt häufig in Kombinations-präparaten für Knochen-, Gelenk- oder allgemeine Mikronährstoffversorgung vor.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Mangan folgende adäquate Tageszufuhr (Adequate Intake, AI) festgelegt:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt ähnliche Richtwerte an und weist darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung in der Regel ausreichend Mangan liefert.
Ein Manganmangel ist beim Menschen selten, da die meisten Lebensmittel ausreichende Mengen enthalten. Wenn er auftritt, kann er folgende Symptome verursachen:
Mangan ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln natürlich vorhanden. Besonders reiche Quellen sind:
Bei oraler Einnahme in empfohlenen Mengen gilt Mangansulfat als gut verträglich. Allerdings kann eine übermäßige Manganaufnahme – insbesondere über Inhalation in industriellen Umgebungen oder bei stark erhöhter oraler Zufuhr – toxisch wirken. Die chronische Überversorgung mit Mangan kann das Nervensystem schädigen und ein dem Parkinson-Syndrom ähnliches Krankheitsbild (sog. Manganismus) verursachen. Die EFSA hat den tolerierbaren oberen Aufnahmewert für Mangan aus Nahrungsergänzungsmitteln auf 8 mg pro Tag für Erwachsene festgelegt. Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Lebererkrankungen geboten, da Mangan hauptsächlich über die Leber ausgeschieden wird.
Mangansulfat kann in Wechselwirkung mit anderen Spurenelementen und Medikamenten treten: