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Meningitis Impfung

Was ist die Meningitis Impfung?

Die Meningitis Impfung ist eine Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung (Meningitis), eine schwere und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Meningitis kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden, wobei Meningokokken (Neisseria meningitidis) zu den häufigsten bakteriellen Ursachen zählen. Die Impfung stimuliert das Immunsystem, sodass es im Falle einer Infektion schnell und wirksam reagieren kann. Es gibt verschiedene Impfstoffe, die gegen unterschiedliche Serotypen der Meningokokken (A, B, C, W, Y) sowie gegen andere Erreger wie Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) schützen.

Welche Erreger werden durch die Impfung abgedeckt?

Nicht alle Meningitis-Erkrankungen werden durch denselben Erreger verursacht. Die verfügbaren Impfstoffe richten sich gegen folgende Hauptursachen:

  • Meningokokken Gruppe C: Standardmäßig von der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Säuglingsalter empfohlen.
  • Meningokokken Gruppe B: Ein separater Impfstoff (MenB), der ebenfalls von der STIKO für Säuglinge empfohlen wird.
  • Meningokokken Gruppen A, C, W, Y (MenACWY): Für Jugendliche, Reisende und Risikogruppen empfohlen.
  • Pneumokokken: Impfung schützt vor Pneumokokken-Meningitis und ist Teil des Standardimpfplans für Säuglinge und ältere Erwachsene.
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib): Bestandteil des Kombinationsimpfstoffs für Säuglinge, schützt vor Hib-Meningitis.

Wer sollte sich gegen Meningitis impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt folgende Impfungen als Standardimpfungen:

  • Säuglinge: Impfung gegen Meningokokken C, Meningokokken B, Pneumokokken und Hib im Rahmen des Kinderimpfplans.
  • Jugendliche (12-23 Jahre): Auffrischimpfung gegen Meningokokken C sowie MenACWY, da diese Altersgruppe ein erhöhtes Risiko trägt.
  • Personen mit Risikofaktoren: Dazu zählen Menschen ohne Milz (Asplenie), mit Immunschwäche oder bestimmten Grunderkrankungen.
  • Reisende: In bestimmte Regionen (z. B. den sogenannten „Meningitis-Gürtel“ in Subsahara-Afrika) wird eine Impfung mit dem MenACWY-Impfstoff empfohlen.
  • Pilgernde (Hadsch/Umra): Saudi-Arabien schreibt die MenACWY-Impfung für Einreisende vor.

Wie wirkt die Meningitis Impfung?

Die meisten Meningitis-Impfstoffe sind sogenannte Konjugatimpfstoffe. Dabei werden Zuckermölekule (Polysaccharide) der Bakterienoberfläche an ein Trägerprotein gekoppelt. Dies verbessert die Immunantwort erheblich, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Das Immunsystem bildet nach der Impfung spezifische Antikörper, die bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger eine schnelle Abwehrreaktion ermöglichen. Der Meningokokken-B-Impfstoff basiert hingegen auf einem anderen Verfahren (Protein-basierter Impfstoff), da die Gruppe-B-Polysaccharide für eine direkte Immunisierung ungeeignet sind.

Impfplan und Dosierung

Der genaue Impfplan richtet sich nach dem jeweiligen Impfstoff und der zu impfenden Person:

  • Meningokokken C (MenC): Eine Impfdosis ab dem 12. Lebensmonat, eine Auffrischung im Jugendalter.
  • Meningokokken B (MenB): Zwei bis drei Dosen im Säuglingsalter, abhängig vom Impfschema (2+1 oder 3+1).
  • MenACWY: Einmalige Impfung für Jugendliche und Erwachsene; bei Risikogruppen können regelmäßige Auffrischungen notwendig sein.

Die genaue Dosierung und der Zeitplan sollten stets mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgestimmt werden, da sie von Alter, Vorerkrankungen und bereits erhaltenen Impfungen abhängen.

Nebenwirkungen der Meningitis Impfung

Die Meningitis Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den häufigen, meist vorübergehenden Nebenwirkungen zählen:

  • Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle
  • Erhöhte Körpertemperatur oder leichtes Fieber
  • Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
  • Kopfschmerzen oder Reizbarkeit (besonders bei Säuglingen)

Schwere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen (Anaphylaxie) sind sehr selten, aber möglich. Nach der Impfung wird deshalb empfohlen, die geimpfte Person für etwa 15 bis 30 Minuten zu beobachten.

Wirksamkeit und Schutzwirkung

Die Meningitis Impfung ist hochwirksam. Studien zeigen, dass der MenC-Impfstoff die Erkrankungsrate durch Meningokokken der Gruppe C in Ländern mit systematischer Impfung um über 90 Prozent reduziert hat. Der MenB-Impfstoff zeigt in klinischen Studien ebenfalls eine hohe Wirksamkeit, wobei der Schutz gegen die verschiedenen Gruppe-B-Stämme variieren kann. Die Schutzwirkung kann nach einigen Jahren nachlassen, weshalb Auffrischimpfungen für bestimmte Gruppen empfohlen werden.

Gegenindikationen

Es gibt einige Situationen, in denen die Impfung vorerst nicht verabreicht werden sollte:

  • Akute schwere Erkrankungen mit hohem Fieber (die Impfung sollte bis zur Genesung verschoben werden)
  • Bekannte schwere Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffs
  • Bei leichten Infektionen (z. B. Erkältung) ist eine Impfung in der Regel möglich

Schwangerschaft und Stillzeit sind keine generellen Gegenindikationen, sollten jedoch im Einzelfall mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.

Quellen

  1. Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO zur Impfung gegen Meningokokken. Epidemiologisches Bulletin. Aktuell verfügbar unter: www.rki.de
  2. World Health Organization (WHO): Meningococcal meningitis. Fact Sheet. Verfügbar unter: www.who.int
  3. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Factsheet about meningococcal disease. Verfügbar unter: www.ecdc.europa.eu
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