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Mönchspfeffer Kinderwunsch

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch – Überblick

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch als Keuschlamm bekannt, ist eine Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde eingesetzt wird. Besonders bei Frauen mit Kinderwunsch erfreut sich das Pflanzenpräparat großer Beliebtheit, da es helfen kann, hormonelle Ungleichgewichte auszugleichen, die eine Empfängnis erschweren. Die Anwendung sollte jedoch stets in Absprache mit einer ärztlichen Fachkraft erfolgen.

Wirkmechanismus

Mönchspfeffer wirkt hauptsächlich über das zentrale Nervensystem auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Die enthaltenen Wirkstoffe – darunter Iridoidglykoside, Flavonoide und Diterpene – hemmen die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Ein erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) kann den Eisprung unterdrücken und die Gelbkörperphase verkürzen, was eine Schwangerschaft erschwert.

Durch die Senkung des Prolaktinspiegels kann Mönchspfeffer:

  • den Eisprung (Ovulation) fördern
  • die Lutealphase (Gelbkörperphase) verlängern und stabilisieren
  • den Progesteronspiegel indirekt anheben
  • den Menstruationszyklus regulieren

Anwendung bei Kinderwunsch

Mönchspfeffer wird bei Kinderwunsch vor allem dann eingesetzt, wenn eine der folgenden Ursachen für ausbleibende Schwangerschaften vermutet wird:

  • Lutealphasendefekt: Eine verkürzte Gelbkörperphase mit unzureichender Progesteronproduktion
  • Latente Hyperprolaktinämie: Leicht erhöhte Prolaktinwerte, die den Zyklus stören
  • Unregelmäßiger Zyklus: Zyklusstörungen, die den Zeitpunkt der Empfängnis erschweren
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS): Hormonelle Schwankungen vor der Menstruation

Dosierung und Anwendungsdauer

In klinischen Studien wurde Mönchspfeffer üblicherweise als standardisierter Extrakt eingenommen. Empfohlene Dosierungen liegen häufig bei:

  • Trockenextrakt: 20–40 mg pro Tag (entspricht ca. 4–8 mg des Extrakts ZE 440)
  • Anwendungsdauer: Mindestens 3 Monate, da hormonelle Effekte Zeit benötigen

Die genaue Dosierung sollte individuell von einer ärztlichen Fachkraft festgelegt werden, da handelsübliche Präparate in ihrer Konzentration variieren können.

Wissenschaftliche Evidenz

Mehrere klinische Studien und Metaanalysen haben positive Effekte von Mönchspfeffer auf den weiblichen Zyklus und den Prolaktinspiegel belegt. Eine Studie von Schellenberg et al. (2001) zeigte eine signifikante Verbesserung von PMS-Symptomen und Zyklusregularität. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Einsatz bei Lutealphasendefekt und latenter Hyperprolaktinämie den Hormonstatus verbessern kann. Die Evidenzlage gilt als moderat; groß angelegte randomisierte Studien speziell zur Fertilität sind noch begrenzt.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Mönchspfeffer gilt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Hautreaktionen (Juckreiz, Ausschlag)
  • Verdauungsbeschwerden
  • Veränderungen des Menstruationszyklus

Wichtige Hinweise:

  • Mönchspfeffer sollte nicht während einer Schwangerschaft eingenommen werden, da die Sicherheit nicht ausreichend belegt ist.
  • Bei bekannten Hormonerkrankungen (z. B. Hypophysentumor, polyzystisches Ovar-Syndrom / PCOS) ist vor der Einnahme zwingend ärztlicher Rat einzuholen.
  • Wechselwirkungen mit Dopaminagonisten (z. B. Bromocriptin) und hormonellen Medikamenten sind möglich.

Wann ärztliche Beratung notwendig ist

Frauen mit Kinderwunsch sollten ärztlichen Rat suchen, wenn:

  • der Zyklus unregelmäßig ist oder der Eisprung ausbleibt
  • eine Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr über mehr als 12 Monate (bei Frauen über 35 Jahre: 6 Monate) nicht eintritt
  • Symptome einer hormonellen Störung vorliegen (z. B. Galaktorrhö, starke PMS-Beschwerden)

Mönchspfeffer kann eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein, ersetzt jedoch keine diagnostische Abklärung und medizinische Behandlung bei nachgewiesenen Fruchtbarkeitsstörungen.

Quellen

  1. Schellenberg R. - Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study. BMJ, 2001;322(7279):134–137.
  2. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) - Assessment report on Vitex agnus-castus L., fructus. EMA/HMPC/513618/2008.
  3. Blumenthal M. et al. - The Complete German Commission E Monographs: Therapeutic Guide to Herbal Medicines. American Botanical Council, 1998.
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