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Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch als Keuschlamm bekannt, ist eine Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde eingesetzt wird. Besonders bei Frauen mit Kinderwunsch erfreut sich das Pflanzenpräparat großer Beliebtheit, da es helfen kann, hormonelle Ungleichgewichte auszugleichen, die eine Empfängnis erschweren. Die Anwendung sollte jedoch stets in Absprache mit einer ärztlichen Fachkraft erfolgen.
Mönchspfeffer wirkt hauptsächlich über das zentrale Nervensystem auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Die enthaltenen Wirkstoffe – darunter Iridoidglykoside, Flavonoide und Diterpene – hemmen die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Ein erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) kann den Eisprung unterdrücken und die Gelbkörperphase verkürzen, was eine Schwangerschaft erschwert.
Durch die Senkung des Prolaktinspiegels kann Mönchspfeffer:
Mönchspfeffer wird bei Kinderwunsch vor allem dann eingesetzt, wenn eine der folgenden Ursachen für ausbleibende Schwangerschaften vermutet wird:
In klinischen Studien wurde Mönchspfeffer üblicherweise als standardisierter Extrakt eingenommen. Empfohlene Dosierungen liegen häufig bei:
Die genaue Dosierung sollte individuell von einer ärztlichen Fachkraft festgelegt werden, da handelsübliche Präparate in ihrer Konzentration variieren können.
Mehrere klinische Studien und Metaanalysen haben positive Effekte von Mönchspfeffer auf den weiblichen Zyklus und den Prolaktinspiegel belegt. Eine Studie von Schellenberg et al. (2001) zeigte eine signifikante Verbesserung von PMS-Symptomen und Zyklusregularität. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Einsatz bei Lutealphasendefekt und latenter Hyperprolaktinämie den Hormonstatus verbessern kann. Die Evidenzlage gilt als moderat; groß angelegte randomisierte Studien speziell zur Fertilität sind noch begrenzt.
Mönchspfeffer gilt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Wichtige Hinweise:
Frauen mit Kinderwunsch sollten ärztlichen Rat suchen, wenn:
Mönchspfeffer kann eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein, ersetzt jedoch keine diagnostische Abklärung und medizinische Behandlung bei nachgewiesenen Fruchtbarkeitsstörungen.