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Eine Molenschwangerschaft, medizinisch auch als Mola hydatidosa oder Blasenmole bezeichnet, ist eine seltene, aber ernste Komplikation der Schwangerschaft. Dabei kommt es zu einer Fehlentwicklung nach der Befruchtung der Eizelle: Anstatt eines gesunden Embryos wächst unkontrolliert verändertes Plazentagewebe, das charakteristische, traubenartige Bläschen bildet. Eine normale Schwangerschaft ist in diesem Fall nicht möglich. Die Molenschwangerschaft gehört zur Gruppe der Trophoblasterkrankungen und betrifft etwa 1 von 1.000 bis 2.000 Schwangerschaften in Europa.
Bei der vollständigen Blasenmole fehlt das genetische Material der Mutter vollständig. Die Eizelle wird von einer oder zwei Samenzellen befruchtet, enthält jedoch kein mütterliches Erbgut. Es entwickelt sich kein Embryo und kein Fruchtwasser. Das gesamte Plazentagewebe verwandelt sich in blasige Strukturen.
Bei der partiellen Mole ist sowohl mütterliches als auch väterliches Erbgut vorhanden, jedoch in abnormaler Menge (meist ein dreifacher Chromosomensatz). Es können rudimentäre embryonale Strukturen vorhanden sein, eine lebenstüchtige Schwangerschaft ist jedoch nicht möglich.
Die genauen Ursachen einer Molenschwangerschaft sind nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um einen Fehler bei der Befruchtung der Eizelle. Folgende Risikofaktoren wurden identifiziert:
Die Symptome einer Molenschwangerschaft ähneln zunächst denen einer normalen Frühschwangerschaft, können jedoch deutlich ausgeprägter sein:
Die Diagnose einer Molenschwangerschaft erfolgt durch mehrere Untersuchungen:
Die Standardbehandlung ist die vollständige Entfernung des Molengewebes durch eine Saugkürettage (Absaugung) der Gebärmutterhöhle unter Narkose. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel im Krankenhaus. Danach wird das Gewebe feingeweblich untersucht, um bösartige Veränderungen auszuschließen.
Nach der Behandlung ist eine sorgfältige Nachsorge essenziell. Der hCG-Wert wird regelmäßig im Blut kontrolliert, bis er auf null abgefallen ist. Dies kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Eine erneute Schwangerschaft sollte während der Nachsorgezeit (mindestens 6 Monate, manchmal bis zu 1 Jahr) vermieden werden, da ein steigender hCG-Wert auf einen Rückfall hinweisen kann.
In seltenen Fällen kann sich aus einer Molenschwangerschaft ein bösartiger Tumor entwickeln, das sogenannte Chorionkarzinom oder eine invasive Mole. In diesen Fällen ist eine Chemotherapie notwendig, die in der Regel sehr gut anspricht und hohe Heilungsraten aufweist.
Die Prognose nach einer Molenschwangerschaft ist in den meisten Fällen sehr gut. Nach abgeschlossener Nachsorge und wenn die hCG-Werte normalisiert sind, ist eine erneute Schwangerschaft in der Regel möglich. Das Risiko für eine weitere Molenschwangerschaft ist leicht erhöht (etwa 1–2 %), bleibt aber insgesamt gering. Eine psychologische Begleitung kann nach dem Verlust der Schwangerschaft sehr hilfreich sein.