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Molkenproteinkonzentrat (englisch: Whey Protein Concentrate, kurz WPC) ist ein Nahrungsprotein, das als Nebenprodukt bei der Käse- oder Quarkherstellung aus der flüssigen Molke gewonnen wird. Durch Filtrations- und Trocknungsverfahren wird das Protein aus der Molke konzentriert und zu einem Pulver verarbeitet. Molkenproteinkonzentrat enthält typischerweise zwischen 70 und 80 Prozent Protein, daneben geringe Mengen an Kohlenhydraten (vor allem Laktose) und Fetten.
Im Vergleich zum Molkenproteinisolat (WPI), das einen Proteingehalt von über 90 Prozent aufweist und kaum Laktose enthält, ist das Konzentrat weniger stark aufgereint und enthält mehr Begleitstoffe. Dies macht es in der Regel günstiger, aber für Menschen mit Laktoseintoleranz weniger geeignet.
Molkenproteinkonzentrat gilt als vollständiges Protein, da es alle neun essentiellen Aminosäuren enthält, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. Besonders hervorzuheben sind die hohen Gehalte an verzweigtkettigen Aminosäuren (engl. Branched-Chain Amino Acids, BCAAs) – insbesondere Leucin, Isoleucin und Valin.
Die hohe biologische Wertigkeit von Molkenprotein – ein Maß dafür, wie gut ein Nahrungsprotein vom Körper in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann – übertrifft die der meisten pflanzlichen Proteinquellen und ist vergleichbar mit der von Eiern oder Fleisch.
Molkenproteinkonzentrat ist eines der am besten untersuchten Sportnahrungsmittel. Zahlreiche klinische Studien belegen, dass die Einnahme von Molkenprotein in Kombination mit Krafttraining die Muskelmasse erhöht, die Muskelkraft verbessert und die Regeneration nach dem Training beschleunigt. Die schnelle Verdaulichkeit von Molkenprotein sorgt für eine rasche Verfügbarkeit der Aminosäuren im Blut, was es besonders für den Einsatz direkt nach dem Training geeignet macht.
Protein hat unter allen Makronährstoffen den höchsten sättigenden Effekt. Molkenproteinkonzentrat kann daher helfen, den Appetit zu zügeln und die Gesamtkalorienzufuhr zu reduzieren. Studien zeigen, dass eine erhöhte Proteinzufuhr beim Abnehmen helfen kann, den Muskelverlust zu minimieren.
In der klinischen Ernährungsmedizin wird Molkenprotein auch bei folgenden Situationen eingesetzt:
Die optimale Tagesmenge an Protein hängt von Körpergewicht, Aktivitätsniveau und individuellem Gesundheitszustand ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene eine Proteinzufuhr von etwa 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Für Kraft- und Ausdauersportler kann der Bedarf auf 1,2 bis 2,0 g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag ansteigen.
Eine typische Einzelportion Molkenproteinkonzentrat als Ergänzung enthält meist 20 bis 30 Gramm Protein. Die Einnahme direkt nach dem Training (sogenanntes "anaboles Fenster") wird oft empfohlen, obwohl neuere Forschungen zeigen, dass die gesamte tägliche Proteinmenge wichtiger ist als der genaue Einnahmezeitpunkt.
Molkenproteinkonzentrat gilt bei gesunden Erwachsenen in empfohlenen Mengen als sicher und gut verträglich. Dennoch können in bestimmten Fällen Nebenwirkungen auftreten:
Personen mit Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder bekannter Milcheiweißallergie sollten vor der Einnahme von Molkenproteinkonzentrat einen Arzt konsultieren.
Auf dem Markt sind verschiedene Proteinpulver erhältlich, die sich in Herkunft, Zusammensetzung und Eignung unterscheiden: