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Muttermilch ist die von den Brustdrüsen der Mutter produzierte Flüssigkeit, die speziell auf die Bedürfnisse von Neugeborenen und Säuglingen abgestimmt ist. Sie gilt weltweit als die ideale Ernährung für Säuglinge und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als optimale Nahrungsquelle für die ersten Lebensmonate empfohlen. Muttermilch ist ein lebendiges biologisches Produkt, das sich dynamisch an den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse des Kindes anpasst.
Die Zusammensetzung der Muttermilch ist außergewöhnlich komplex und enthält eine Vielzahl wichtiger Bestandteile:
Die Muttermilch verändert sich in ihrer Zusammensetzung im Verlauf der Stillzeit:
Kolostrum wird in den ersten Tagen nach der Geburt produziert. Es ist besonders reichhaltig an Antikörpern, Immunglobulinen und Wachstumsfaktoren. Diese goldgelbe Flüssigkeit wird oft als "erstes Vakzin" des Kindes bezeichnet, da sie einen starken Schutz gegen Infektionen bietet und die Darmreifung des Neugeborenen unterstützt.
Etwa ab dem 4. bis 14. Tag nach der Geburt produziert der Körper die sogenannte Übergangsmilch. Der Gehalt an Immunglobulinen nimmt ab, während Fett- und Laktosegehalt zunehmen, um den steigenden Energiebedarf des Säuglings zu decken.
Ab etwa der dritten Woche nach der Geburt wird die reife Muttermilch produziert, die den Säugling über viele Monate optimal ernähren kann. Auch innerhalb einer Stillmahlzeit verändert sich die Zusammensetzung: Die sogenannte Vordermilch ist wässeriger und stillt den Durst, während die Hintermilch fettreicher ist und den Hunger sattigt.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Vorteile des Stillens für die Gesundheit des Säuglings:
Auch die stillende Mutter profitiert von der Laktation:
Die WHO und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfehlen:
Muttermilch enthält nur geringe Mengen an Vitamin D. Da Säuglinge durch ihre empfindliche Haut nicht ausreichend der Sonne ausgesetzt werden sollten, empfehlen Pädiater in Deutschland die tägliche Gabe eines Vitamin-D-Präparats (400-500 IE) ab der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres, unabhängig davon, ob das Kind gestillt wird oder nicht.
Wenn Stillen nicht möglich oder nicht gewünscht ist, stehen industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrungen zur Verfügung, die auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse so zusammengesetzt sind, dass sie Muttermilch möglichst nahekommen. Dennoch kann bislang keine Formel die vollständige Komplexität der Muttermilch reproduzieren.