Nabelbruch Symptome
Was ist ein Nabelbruch?
Ein Nabelbruch (medizinisch: Umbilikalhernie) entsteht, wenn Bauchgewebe oder Darmanteile durch eine Schwächestelle in der Bauchdecke im Bereich des Nabels nach außen dringen. Dies führt zu einer charakteristischen Vorwölbung, die besonders bei Druck – etwa beim Husten, Niesen oder Pressen – deutlich sichtbar wird. Nabelbüche kommen sowohl bei Säuglingen als auch bei Erwachsenen vor, wobei die Ursachen und der Verlauf je nach Altersgruppe unterschiedlich sind.
Typische Symptome eines Nabelbruchs
Die Symptome eines Nabelbruchs können je nach Größe des Bruchs und dem Alter des Betroffenen variieren. Die häufigsten Beschwerden umfassen:
- Sichtbare Vorwölbung am Nabel: Die auffälligste Erscheinung ist eine weiche, runde Beule direkt am oder um den Nabel herum, die sich beim Druck auf den Bauch vergrößert.
- Druckgefühl und Unbehagen: Viele Betroffene berichten von einem unangenehmen Druck- oder Spannungsgefühl im Nabelbereich, besonders beim Stehen oder körperlicher Belastung.
- Schmerzen: Leichte bis mäßige Schmerzen im Bereich des Nabels sind möglich, insbesondere beim Husten, Niesen, Heben schwerer Gegenstände oder bei längerer körperlicher Aktivität.
- Rückdrückbarkeit der Vorwölbung: In vielen Fällen lässt sich die Beule im Liegen durch leichten Druck zurückdrücken (sogenannte reponible Hernie).
- Vergrößerung bei Belastung: Die Vorwölbung nimmt bei erhöhtem Bauchdruck – z. B. beim Pressen, Husten oder Heben – sichtbar zu.
Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern
Bei Neugeborenen und Säuglingen ist ein Nabelbruch sehr häufig und meist harmlos. Die typischen Zeichen sind:
- Eine weiche, oft kirschgroße Vorwölbung am Nabel, die beim Schreien oder Pressen größer wird.
- Das Kind zeigt in der Regel keine Schmerzen und ist nicht beeinträchtigt.
- In den meisten Fällen verschließt sich der Bruch bei Säuglingen bis zum dritten oder vierten Lebensjahr von selbst.
Symptome bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen können die Beschwerden stärker ausgeprägt sein und erfordern häufiger eine ärztliche Behandlung. Zusätzliche Symptome können sein:
- Anhaltende oder zunehmende Schmerzen im Nabelbereich
- Spannungsgefühl, besonders nach dem Essen oder bei längerer körperlicher Tätigkeit
- Sichtbare Vorwölbung, die sich im Liegen nicht vollständig zurückbildet
Warnsymptome: Wann ist sofortige ärztliche Hilfe nötig?
In seltenen Fällen kann sich ein Nabelbruch einklemmen (inkarzerieren). Dabei wird das eingeklemmte Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet, was einen medizinischen Notfall darstellt. Folgende Warnsymptome erfordern sofortige ärztliche Hilfe:
- Plötzliche, starke Schmerzen im Nabelbereich
- Nicht zurückdrückbare Vorwölbung (die Beule lässt sich nicht mehr reponieren)
- Hautverfarbung der Vorwölbung (rötlich, blauläufig oder dunkel verfärbt)
- Übelkeit und Erbrechen in Kombination mit Bauchschmerzen
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Verhartung oder Druckempfindlichkeit der Vorwölbung
Diese Symptome können auf eine Inkarzeration oder Strangulation hinweisen und bedürfen einer sofortigen chirurgischen Behandlung.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung eines Nabelbruchs wird durch verschiedene Faktoren begünstigt:
- Angeborene Schwäche der Bauchdecke (häufig bei Säuglingen)
- Schwangerschaft: Durch die Dehnung der Bauchdecke steigt das Risiko erheblich
- Übergewicht: Erhöhter Druck auf die Bauchdecke begünstigt die Entstehung
- Chronischer Husten: Anhaltend erhöhter Bauchdruck kann die Bauchwand schwächen
- Aszites: Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhohle erhöht den Druck
- Vorangegangene Bauchoperationen und Narbengewebe können Schwächestellen verursachen
Diagnose
Die Diagnose eines Nabelbruchs erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung beim Arzt. Der Arzt tastet den Nabelbereich ab und bittet den Patienten zu husten oder zu pressen, um die Vorwölbung sichtbar zu machen. Bei Unklarheiten oder Verdacht auf Komplikationen kann ein Ultraschall (Sonographie) durchgeführt werden, um die Größe des Bruchs und den Inhalt des Bruchsackes zu beurteilen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung hängt vom Alter des Patienten, der Größe des Bruchs und dem Vorhandensein von Symptomen ab:
- Abwarten bei Säuglingen: Da sich Nabelbüche bei Kleinkindern oft selbst verschließen, wird zunächst eine abwartende Haltung empfohlen.
- Operative Versorgung: Bei Erwachsenen oder bei Kindern, bei denen sich der Bruch nicht von selbst schließt, ist eine chirurgische Operation (Hernienreparation) die Standardtherapie. Dabei wird der Bruchsack verschlossen und die Bauchdecke verstärkt, häufig mit einem Kunststoffnetz (Mesh).
- Notfallchirurgie: Bei einem eingeklemmten Nabelbruch ist eine sofortige Operation erforderlich.
Quellen
- Schumpelick, V. et al.: Hernien. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage, 2006.
- Muysoms, F. E. et al.: Classification of primary and incisional abdominal wall hernias. Hernia, 2009; 13(4): 407–414. DOI: 10.1007/s10029-009-0518-x
- World Health Organization (WHO): Surgical Care at the District Hospital. WHO Press, Geneva, 2003.