Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Nabelschnur

Was ist die Nabelschnur?

Die Nabelschnur (lateinisch: Funiculus umbilicalis) ist eine schlauchförmige Verbindungsstruktur, die das ungeborene Kind (Fetus) während der gesamten Schwangerschaft mit der Plazenta verbindet. Sie stellt die lebensnotwendige Verbindung zwischen dem Kreislauf des Kindes und dem der Mutter her und übernimmt dabei zentrale Versorgungs- und Entsorgungsfunktionen.

Die Nabelschnur entsteht in der Frühphase der Schwangerschaft und begleitet das Kind bis zur Geburt. Nach der Entbindung wird sie durchtrennt, wodurch das Neugeborene von der Plazenta getrennt wird. Der verbleibende kleine Stumpf am Bauch des Kindes trocknet innerhalb weniger Wochen ein und fällt ab – dabei entsteht der spätere Bauchnabel.

Aufbau und Struktur

Eine gesunde, ausgereifte Nabelschnur ist durchschnittlich 50 bis 60 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von etwa 1 bis 2 Zentimetern. Sie besteht aus folgenden Strukturen:

  • Zwei Nabelschnurarterien (Arteriae umbilicales): Transportieren sauerstoffarmes, nährstoffverbrauchtes Blut vom Fetus zur Plazenta.
  • Eine Nabelschnurvene (Vena umbilicalis): Führt sauerstoffreiches, nährstoffreiches Blut von der Plazenta zum Fetus.
  • Wharton-Sulze (Sulcus gelatinosa Whartonii): Eine gallertartige Bindegewebssubstanz, die die Blutgefäße umgibt, schützt und mechanisch stabilisiert.
  • Eine dünne Hülle (Amnionepithel): Die äußere Umhüllung der Nabelschnur aus Fruchthautgewebe.

Die Nabelschnurgefäße verlaufen häufig in einer leichten Spiralform, was sie flexibel und widerstandsfähig gegen Zug und Druck macht.

Funktionen der Nabelschnur

Die Nabelschnur erfüllt während der Schwangerschaft mehrere lebenswichtige Aufgaben:

  • Sauerstoffversorgung: Sauerstoffreiches Blut wird über die Nabelschnurvene vom mütterlichen Kreislauf (via Plazenta) zum Fetus transportiert.
  • Nährstoffversorgung: Glukose, Aminosäuren, Fette, Vitamine und Mineralstoffe werden dem Fetus zugeführt.
  • Abfallentsorgung: Stoffwechselprodukte wie Kohlendioxid und Harnstoff werden vom Fetus über die Nabelschnurarterien zur Plazenta und von dort in den mütterlichen Kreislauf abgegeben.
  • Hormon- und Antikörpervermittlung: Bestimmte Hormone und mütterliche Antikörper (passiver Immunschutz) werden über die Plazenta und Nabelschnur übertragen.

Klinisch relevante Komplikationen

In einigen Fällen können Probleme mit der Nabelschnur auftreten, die das ungeborene Kind gefährden. Zu den wichtigsten gehören:

Nabelschnurumschlingung

Die Nabelschnurumschlingung (Nuchalschlinge) bezeichnet die Lage der Nabelschnur um den Hals oder andere Körperteile des Fetus. Sie tritt bei etwa 20–30 % aller Geburten auf und ist häufig harmlos, kann in seltenen Fällen jedoch zu einer Beeinträchtigung der Durchblutung führen.

Nabelschnurvorfall

Beim Nabelschnurvorfall tritt die Nabelschnur noch vor dem kindlichen Körper durch den Muttermund aus. Dies ist ein gebürtshilflicher Notfall, da die Nabelschnur durch den Druck des kindlichen Körpers abgeklemmt werden und die Blutversorgung des Kindes unterbrochen werden kann. Ein sofortiger Kaiserschnitt ist in der Regel erforderlich.

Nabelschnurknoten

Echte Knoten in der Nabelschnur entstehen, wenn sich der Fetus durch eine Schlinge der Nabelschnur bewegt. Sie können, wenn sie sich fest zuziehen, die Durchblutung einschränken. Scheinknoten (Pseudoknoten durch lokale Gefäßerweiterungen) sind hingegen harmlos.

Einsingularität der Nabelschnurarterie (Single Umbilical Artery)

In etwa 1 % der Schwangerschaften fehlt eine der beiden Nabelschnurarterien. Diese Anomalie wird als singuläre Nabelschnurarterie bezeichnet und kann mit bestimmten fetalen Fehlbildungen assoziiert sein. Eine engmaschige Ultraschallüberwachung wird in diesen Fällen empfohlen.

Nabelschnurhämatom und -zysten

Selten können Blutansammlungen (Hämatome) oder flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) in der Nabelschnur auftreten, die ärztlich beobachtet werden sollten.

Diagnostik und Überwachung

Die Nabelschnur wird im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge routinemäßig untersucht. Folgende Methoden kommen dabei zum Einsatz:

  • Ultraschall (Sonographie): Beurteilung der Lage, Länge und Struktur der Nabelschnur sowie der Anzahl der Gefäße.
  • Dopplersonographie: Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit in den Nabelschnurgefäßen zur Beurteilung der fetalen Versorgung.
  • Kardiotokographie (CTG): Indirekte Überwachung des kindlichen Herzschlags und der Nabelschnurdurchblutung unter der Geburt.

Nabelschnurblut und Stammzellgewinnung

Das in der Nabelschnur und der Plazenta enthaltene Nabelschnurblut ist reich an hämatopoetischen Stammzellen (blutbildenden Stammzellen). Diese können nach der Geburt entnommen und in spezialisierten Biobanken eingelagert werden. Nabelschnurblut wird heute erfolgreich zur Behandlung bestimmter Bluterkrankungen und Immundefekte eingesetzt, zum Beispiel bei Leukämie oder bei der allogenen Stammzelltransplantation.

Nachgeburtsphase und Nabelschnurstumpf

Unmittelbar nach der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur abgeklemmt und durchtrennt. In der sogenannten Nachgeburtsphase (dritte Geburtsphase) werden Plazenta und Nabelschnur vollständig ausgestoßen. Am Neugeborenen verbleibt ein kurzer Nabelschnurstumpf, der in der Regel innerhalb von 1 bis 3 Wochen eintrocknet und abfällt. Eine sorgfältige Nabelschnurpflege ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden.

Quellen

  1. Moore KL, Persaud TVN, Torchia MG: The Developing Human: Clinically Oriented Embryology. 11th Edition. Elsevier, 2019.
  2. World Health Organization (WHO): WHO Recommendations for Care of the Preterm or Low-Birth-Weight Infant. Geneva: WHO, 2022. Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Cunningham FG et al.: Williams Obstetrics. 26th Edition. McGraw-Hill Education, 2022.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin