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Die Nackenfalte, medizinisch auch als Nackentransparenz (NT) bezeichnet, beschreibt eine flüssigkeitsgefüllte Gewebeschicht im Nackenbereich des Embryos. Diese Ansammlung von Flüssigkeit lässt sich mithilfe eines Ultraschalls zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche sichtbar machen und präzise vermessen. Die Messung der Nackenfalte ist Bestandteil des sogenannten Ersttrimester-Screenings und gehört zu den wichtigsten pränatalen Untersuchungen in der Frühschwangerschaft.
Eine vergrößerte Nackentransparenz kann ein Hinweis auf bestimmte chromosomale Besonderheiten oder Entwicklungsauffälligkeiten beim ungeborenen Kind sein. Dazu gehören unter anderem:
Es ist wichtig zu verstehen, dass eine erhöhte Nackenfalte kein sicherer Beweis für eine Erkrankung ist, sondern lediglich ein Risikofaktor. Viele Kinder mit erhöhter Nackentransparenz werden vollkommen gesund geboren.
Die Messung der Nackenfalte erfolgt im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durch einen auf Pränataldiagnostik spezialisierten Arzt oder eine spezialisierte Ärztin. Das Verfahren ist nicht invasiv und für Mutter und Kind vollkommen schmerzlos und risikofrei.
Der Normalwert der Nackentransparenz hängt von der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Kindes ab und steigt mit zunehmendem Gestationsalter leicht an. Als Richtwert gilt:
Die Beurteilung erfolgt immer im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie dem Alter der Mutter, den Ergebnissen des Erst-Trimester-Bluttests (PAPP-A und freies Beta-hCG) sowie weiteren Ultraschallbefunden. Diese kombinierte Bewertung wird als kombiniertes Ersttrimester-Screening bezeichnet und erreicht eine Erkennungsrate von etwa 85 bis 90 Prozent für das Down-Syndrom.
Zeigt die Messung eine erhöhte Nackentransparenz, werden den werdenden Eltern in der Regel folgende weiterführende Untersuchungen angeboten:
Die Entscheidung für oder gegen weiterführende diagnostische Maßnahmen liegt allein bei den Eltern und sollte stets in einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sowie bei Bedarf mit einer genetischen Beratungsstelle getroffen werden.
In Deutschland gehört die Ultraschallmessung der Nackenfalte nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und muss in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlt werden. Die Kosten liegen üblicherweise zwischen 50 und 150 Euro, je nach Praxis und Umfang der Untersuchung. Privat versicherte Personen haben häufig Anspruch auf Kostenerstattung.