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Nukleotide sind organische Moleküle, die in allen lebenden Zellen vorkommen. Sie bestehen jeweils aus einer stickstoffhaltigen Base, einem Zucker und mindestens einer Phosphatgruppe. Besonders bekannt sind sie als Grundbausteine der Erbsubstanz DNA und der RNA.
Der menschliche Körper kann Nukleotide selbst herstellen und bereits vorhandene Bausteine wiederverwenden. Zusätzlich werden sie über verschiedene Lebensmittel aufgenommen.
Je nach enthaltenem Zucker und Base entstehen unterschiedliche Nukleotide. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:
Eine Verbindung aus Base und Zucker ohne Phosphatgruppe wird als Nukleosid bezeichnet.
Nukleotide dienen nicht nur als Bausteine der Erbinformation. Sie sind an verschiedenen grundlegenden Prozessen im Organismus beteiligt.
Da praktisch jede Zelle Nukleinsäuren enthält, kommen Nukleotide beziehungsweise ihre Bestandteile in vielen Lebensmitteln vor. Vergleichsweise hohe Mengen finden sich unter anderem in:
Bei gesunden Erwachsenen kann der Organismus seinen Bedarf in der Regel durch Eigensynthese und Wiederverwertung decken.
Auch Muttermilch enthält von Natur aus Nukleotide und verwandte Verbindungen. Je nach Rezeptur können bestimmte Nukleotidverbindungen auch in industriell hergestellter Säuglings- und Folgenahrung enthalten sein. Welche Verbindungen eingesetzt werden, kann sich je nach Produkt unterscheiden. Die genaue Zusammensetzung ist jeweils in den Produktangaben beziehungsweise der Zutatenliste aufgeführt.
Die Begriffe werden häufig verwechselt. Ein Nukleosid besteht aus einer Base und einem Zuckermolekül. Erst durch das Hinzukommen einer oder mehrerer Phosphatgruppen entsteht ein Nukleotid.
Dieser Unterschied ist biologisch relevant, da die Phosphatgruppen unter anderem für die Bildung von DNA und RNA sowie für energiereiche Verbindungen wie ATP wichtig sind.
Für gesunde Erwachsene gelten Nukleotide nicht als klassische essenzielle Nährstoffe, da der Körper sie selbst synthetisieren kann. Der Bedarf kann sich jedoch je nach Lebensphase und Stoffwechselsituation unterscheiden.
Eine eigenständige Supplementierung ist bei ausgewogener Ernährung normalerweise nicht erforderlich. Nahrungsergänzungsmittel mit Nukleotiden sollten daher nicht mit der normalen Aufnahme über Lebensmittel gleichgesetzt werden.