Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Wehenhemmer

Was sind Wehenhemmer?

Wehenhemmer, medizinisch als Tokolytika bezeichnet, sind Arzneimittel, die dazu eingesetzt werden, vorzeitige Wehen zu unterdücken oder zu verlangsamen. Ihr Ziel ist es, eine Frühgeburt zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, um dem ungeborenen Kind mehr Zeit zur Reifung im Mutterleib zu geben. Sie werden in der Gebürtshilfe eingesetzt, wenn Wehen vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auftreten und eine Gefährdung für das Kind bestehen würde.

Wann werden Wehenhemmer eingesetzt?

Der Einsatz von Tokolytika ist indiziert, wenn eine drohende Frühgeburt vorliegt. Typische Situationen, in denen Wehenhemmer verabreicht werden, sind:

  • Vorzeitige regelmäßige Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • Zervixverkürzung oder beginnende Muttermundseröffnung
  • Gewährleistung der Wirksamkeit einer Lungenreifungsbehandlung mit Kortikosteroiden (Bridging-Therapie)
  • Transport der Schwangeren in ein Perinatalzentrum

Wichtig: Tokolytika werden in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von 48 bis 72 Stunden verabreicht, um die Zeit für weitere Maßnahmen zu überbrücken.

Wirkmechanismus

Je nach Wirkstoffklasse greifen Wehenhemmer auf unterschiedliche Weise in die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur ein:

Betamimetika (z. B. Fenoterol, Ritodrin)

Betamimetika stimulieren die Beta-2-Adrenorezeptoren in der Gebärmuttermuskulatur. Dies führt zu einer Entspannung der Muskelzellen und damit zu einer Hemmung der Wehentätigkeit. Diese Substanzen werden intravenös verabreicht und wirken schnell, haben jedoch ein breites Nebenwirkungsprofil.

Oxytocin-Antagonisten (z. B. Atosiban)

Atosiban blockiert die Andockstellen (Rezeptoren) für das wehentreibende Hormon Oxytocin in der Gebärmutter. Durch diese Blockade werden Wehenkontraktionen gehemmt. Atosiban gilt derzeit als Mittel der ersten Wahl in vielen europäischen Ländern, da es ein günstiges Sicherheitsprofil für Mutter und Kind aufweist.

Kalziumkanalblocker (z. B. Nifedipin)

Nifedipin verhindert den Einstrom von Kalzium in die Muskelzellen der Gebärmutter. Da Kalzium für die Muskelkontraktion benötigt wird, führt seine Blockade zu einer Erschlaffung der Gebärmuttermuskulatur und damit zur Wehenhemmung.

COX-Hemmer (z. B. Indometacin)

Indometacin gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und hemmt die Bildung von Prostaglandinen, die an der Weheninduktion beteiligt sind. Es wird vorwiegend früh in der Schwangerschaft (vor der 32. Schwangerschaftswoche) eingesetzt.

Magnesiumsulfat

Magnesiumsulfat wirkt als natürlicher Kalziumantagonist und hemmt so die Weheninduktion. In einigen Ländern wird es auch zur Neuroprotektion des Feten eingesetzt.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Wehenhemmern richtet sich nach dem eingesetzten Wirkstoff, dem Schwangerschaftsalter und dem klinischen Bild der Patientin. Die meisten Tokolytika werden initial intravenös verabreicht, teilweise gefolgt von einer oralen Erhaltungstherapie. Die genaue Dosierung muss stets vom behandelnden Arzt individuell festgelegt werden.

  • Atosiban: Intravenöse Gabe nach einem festgelegten Stufenschema über 48 Stunden
  • Nifedipin: Orale Gabe, häufig als Schnellfreisetzungskapsel, gefolgt von Retardtabletten
  • Betamimetika: Intravenöse Dauerinfusion, Dosisanpassung nach Herzfrequenz der Mutter
  • Indometacin: Oral oder rektal, meist nur über wenige Tage

Nebenwirkungen

Jede Wirkstoffklasse hat ein spezifisches Nebenwirkungsprofil:

  • Betamimetika: Herzrasen (Tachykardie), Zittern, Blutdruckabfall, erhöhter Blutzucker, Lungenödem (selten)
  • Atosiban: Meist gut verträglich; gelegentlich Übelkeit, Kopfschmerzen, Hitzegefühl
  • Nifedipin: Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Blutdruckabfall, Herzrasen
  • Indometacin: Vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus beim Feten (bei Anwendung nach der 32. SSW), Nierenprobleme beim Feten
  • Magnesiumsulfat: Wärmegefühl, Übelkeit, bei Überdosierung Atemdepression

Kontraindikationen

Wehenhemmer dürfen nicht eingesetzt werden, wenn eine Wehenhemmung medizinisch nicht vertretbar ist, beispielsweise bei:

  • Schwerwiegenden fetalen Fehlbildungen
  • Intrauterinem Fruchttod
  • Schwerer Präeklampsie oder Eklampsie
  • Vorzeitigem Blasensprung mit Infektionszeichen (Chorioamnionitis)
  • Abruptio placentae (vorzeitige Plazentalösung)

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S2k-Leitlinie Prävention und Therapie der Frühgeburt (2019). Verfügbar unter: www.awmf.org
  2. Haas DM et al. - Tocolytics for preterm labor: a systematic review. Obstetrics & Gynecology (2012); 120(3):706-719. PubMed PMID: 22914084
  3. World Health Organization (WHO): WHO recommendations on interventions to improve preterm birth outcomes. Geneva: WHO Press (2015).
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin