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Wehenhemmer, medizinisch als Tokolytika bezeichnet, sind Arzneimittel, die dazu eingesetzt werden, vorzeitige Wehen zu unterdücken oder zu verlangsamen. Ihr Ziel ist es, eine Frühgeburt zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, um dem ungeborenen Kind mehr Zeit zur Reifung im Mutterleib zu geben. Sie werden in der Gebürtshilfe eingesetzt, wenn Wehen vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auftreten und eine Gefährdung für das Kind bestehen würde.
Der Einsatz von Tokolytika ist indiziert, wenn eine drohende Frühgeburt vorliegt. Typische Situationen, in denen Wehenhemmer verabreicht werden, sind:
Wichtig: Tokolytika werden in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von 48 bis 72 Stunden verabreicht, um die Zeit für weitere Maßnahmen zu überbrücken.
Je nach Wirkstoffklasse greifen Wehenhemmer auf unterschiedliche Weise in die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur ein:
Betamimetika stimulieren die Beta-2-Adrenorezeptoren in der Gebärmuttermuskulatur. Dies führt zu einer Entspannung der Muskelzellen und damit zu einer Hemmung der Wehentätigkeit. Diese Substanzen werden intravenös verabreicht und wirken schnell, haben jedoch ein breites Nebenwirkungsprofil.
Atosiban blockiert die Andockstellen (Rezeptoren) für das wehentreibende Hormon Oxytocin in der Gebärmutter. Durch diese Blockade werden Wehenkontraktionen gehemmt. Atosiban gilt derzeit als Mittel der ersten Wahl in vielen europäischen Ländern, da es ein günstiges Sicherheitsprofil für Mutter und Kind aufweist.
Nifedipin verhindert den Einstrom von Kalzium in die Muskelzellen der Gebärmutter. Da Kalzium für die Muskelkontraktion benötigt wird, führt seine Blockade zu einer Erschlaffung der Gebärmuttermuskulatur und damit zur Wehenhemmung.
Indometacin gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und hemmt die Bildung von Prostaglandinen, die an der Weheninduktion beteiligt sind. Es wird vorwiegend früh in der Schwangerschaft (vor der 32. Schwangerschaftswoche) eingesetzt.
Magnesiumsulfat wirkt als natürlicher Kalziumantagonist und hemmt so die Weheninduktion. In einigen Ländern wird es auch zur Neuroprotektion des Feten eingesetzt.
Die Dosierung von Wehenhemmern richtet sich nach dem eingesetzten Wirkstoff, dem Schwangerschaftsalter und dem klinischen Bild der Patientin. Die meisten Tokolytika werden initial intravenös verabreicht, teilweise gefolgt von einer oralen Erhaltungstherapie. Die genaue Dosierung muss stets vom behandelnden Arzt individuell festgelegt werden.
Jede Wirkstoffklasse hat ein spezifisches Nebenwirkungsprofil:
Wehenhemmer dürfen nicht eingesetzt werden, wenn eine Wehenhemmung medizinisch nicht vertretbar ist, beispielsweise bei: