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L-Ascorbinsäure ist die natürlich vorkommende, biologisch aktive Form von Vitamin C. Es handelt sich um eine wasserlösliche organische Säure, die für den menschlichen Organismus unentbehrlich ist. Da der menschliche Körper L-Ascorbinsäure nicht selbst synthetisieren kann, muss sie regelmäßig über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Sie zählt zu den wichtigsten Mikronährstoffen und ist an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt.
L-Ascorbinsäure erfüllt im menschlichen Körper vielfältige und lebenswichtige Aufgaben:
L-Ascorbinsäure wirkt primär als Reduktionsmittel und Elektronendonor. In enzymatischen Reaktionen dient sie als Cofaktor für Prolyl- und Lysylhydroxylase, die für die Quervernetzung von Kollagenfasern notwendig sind. Als Antioxidans gibt sie Elektronen an reaktive Sauerstoffspezies (ROS) ab und wird dabei zu Dehydroascorbinsäure oxidiert, die enzymatisch wieder zur aktiven Form reduziert werden kann. Zudem kann sie das oxidierte Vitamin E regenerieren und wirkt synergistisch mit anderen Antioxidantien.
L-Ascorbinsäure kommt in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln in hohen Mengen vor. Besonders gute Quellen sind:
Da L-Ascorbinsäure hitze- und lichtempfindlich ist, sollten Lebensmittel möglichst frisch und schonend gegart werden, um den Vitamin-C-Gehalt zu erhalten.
Die offiziellen Empfehlungen zur täglichen Zufuhr von L-Ascorbinsäure variieren je nach Bevölkerungsgruppe und Quelle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 110 mg (Männer) bzw. 95 mg (Frauen). Die WHO nennt einen Referenzwert von etwa 45 mg pro Tag als Mindestmenge zur Vermeidung von Mangelerscheinungen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Rauchern ist der Bedarf erhöht.
Ein schwerer Mangel an L-Ascorbinsäure führt zur Erkrankung Skorbut, die durch folgende Symptome gekennzeichnet ist:
Auch ein subklinischer Mangel, der keine ausgeprägten Symptome verursacht, kann langfristig das Immunsystem schwächen und das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Risikogruppen umfassen Menschen mit einseitiger Ernährung, starke Raucher, ältere Personen sowie Patienten mit Malabsorptionssyndromen.
L-Ascorbinsäure ist als Nahrungsergänzungsmittel in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Pulver und Brausetabletten. Als Lebensmittelzusatzstoff ist sie unter der Bezeichnung E 300 zugelassen und wird als Antioxidationsmittel und Säuerungsmittel in Lebensmitteln wie Säften, Konserven und Backwaren eingesetzt, um Oxidation und Farbveränderungen zu verhindern.
In der Medizin wird hochdosierte L-Ascorbinsäure intravenous bei bestimmten Erkrankungen untersucht, beispielsweise im Rahmen der Krebsforschung und bei schweren Infektionen. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Anwendungen ist jedoch noch Gegenstand laufender Studien.
L-Ascorbinsäure gilt bei üblicher Nahrungszufuhr als sehr sicher. Bei sehr hohen Supplementdosen (über 1.000–2.000 mg pro Tag) können jedoch Nebenwirkungen auftreten:
Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat einen tolerierbaren Obergrenzwert (Tolerable Upper Intake Level, UL) von 2.000 mg pro Tag für Erwachsene festgelegt.
L-Ascorbinsäure kann mit verschiedenen Arzneimitteln und Nährstoffen interagieren: