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Scharlach Impfung

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch bestimmte Bakterien der Gruppe A – sogenannte Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken) – ausgelöst wird. Die Bakterien produzieren ein erythrogenes Toxin (Scharlachtoxin), das für den typischen Hautausschlag verantwortlich ist. Scharlach betrifft häufig Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren, kann aber auch Erwachsene erkranken lassen.

Gibt es eine Impfung gegen Scharlach?

Derzeit ist weltweit kein zugelassener Impfstoff gegen Scharlach verfügbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Infektionskrankheiten existiert bislang keine Schutzimpfung, die vor einer Ansteckung mit Gruppe-A-Streptokokken oder vor der Entwicklung von Scharlach schützt. Die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs ist jedoch Gegenstand aktiver wissenschaftlicher Forschung.

Warum ist die Impfstoffentwicklung schwierig?

Die Entwicklung eines Scharlach-Impfstoffs gestaltet sich aus mehreren Gründen komplex:

  • Gruppe-A-Streptokokken weisen über 200 verschiedene Serotypen auf, was einen umfassenden Schutz erschwert.
  • Das Immunsystem bildet nach einer Scharlach-Erkrankung keine lebenslange Immunität aus, da verschiedene Toxintypen existieren.
  • Frühere Impfstoffkandidaten zeigten Sicherheitsbedenken, unter anderem das Risiko von Kreuzreaktionen mit körpereigenem Gewebe (molekulares Mimikry).

Aktuelle Forschung zu Scharlach-Impfstoffen

Weltweit arbeiten Forschungsgruppen an der Entwicklung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs gegen Gruppe-A-Streptokokken, der auch Scharlach verhindern soll. Vielversprechende Ansätze umfassen:

  • M-Protein-basierte Impfstoffe: Das M-Protein ist ein wichtiges Oberflächenprotein der Bakterien. Multivalente Impfstoffe, die gegen mehrere M-Typen gerichtet sind, befinden sich in klinischen Studien.
  • Nicht-M-Protein-Zielantigene: Forscher untersuchen alternative Zielstrukturen, die über viele Serotypen hinweg konserviert sind und somit einen breiteren Schutz bieten könnten.
  • Toxoid-Impfstoffe: Ansätze, die auf inaktivierten Scharlachtoxinen basieren, werden ebenfalls erforscht.

Trotz dieser Fortschritte befindet sich kein Kandidat bisher in einer abschließenden Zulassungsphase für den Einsatz beim Menschen.

Ursachen und Übertragung von Scharlach

Scharlach wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch engen Kontakt mit einer infizierten Person beim Sprechen, Husten oder Niesen. Seltener erfolgt die Übertragung über kontaminierte Gegenstände oder Lebensmittel. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 5 Tage.

Symptome von Scharlach

Die typischen Symptome einer Scharlach-Erkrankung umfassen:

  • Hohes Fieber (häufig über 38,5 °C)
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden (Streptokokken-Angina)
  • Erdbeer- oder Himbeerzunge: Die Zunge ist zunächst weiß belegt, später gerötet und gesöllt
  • Charakteristischer Hautausschlag: Feinfleckig, räumlich ausgedehnt, beginnt meist am Rumpf und breitet sich auf den Extremitäten aus; spart die Mundregion aus (periorale Blässe)
  • Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schuppung der Haut nach Abklingen des Ausschlags

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch auf Basis des typischen Krankheitsbildes. Zur Bestätigung stehen folgende Methoden zur Verfügung:

  • Schnelltest auf Streptokokken: Ein Rachenabstrich liefert innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis.
  • Rachenabstrich mit Kultur: Ermöglicht eine sichere Identifikation der Erreger und Resistenzprüfung.
  • Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungsparameter wie CRP und Leukozytenzahl können auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Behandlung von Scharlach

Da Scharlach durch Bakterien verursacht wird, ist die Standardbehandlung eine Antibiotikatherapie. Mittel der ersten Wahl ist Penicillin oder Amoxicillin für eine Dauer von 10 Tagen. Bei Penicillinallergie kommen Makrolide (z. B. Azithromycin) oder Cephalosporine zum Einsatz. Eine konsequente Behandlung ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Mögliche Komplikationen bei unbehandeltem Scharlach

  • Rheumatisches Fieber: Eine Entzündungsreaktion, die Herz, Gelenke und Nervensystem betreffen kann
  • Poststreptokokken-Glomerulonephritis: Eine Nierenerkrankung als Folge der Immunreaktion
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Sinusitis oder Mastoiditis

Prävention ohne Impfung

Da kein Impfstoff verfügbar ist, sind Hygienemaßnahmen die wichtigste Präventionsstrategie:

  • Häufiges und gründliches Händewaschen
  • Vermeiden von engem Kontakt mit erkrankten Personen
  • Nicht gemeinsam Besteck, Gläser oder Handtuecher benutzen
  • Erkrankte Kinder sollten bis mindestens 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie zu Hause bleiben

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Scharlach – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de (Stand: 2023)
  2. Steer, A. C. et al. (2019): "Group A Streptococcal Vaccines: Facts, Challenges and Future Directions" – Microbiology Australia. Verfügbar über PubMed.
  3. World Health Organization (WHO): Streptococcal Diseases – WHO Global Health Topics. Verfügbar unter: www.who.int
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