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Sonnenblumenöl

Was ist Sonnenblumenöl?

Sonnenblumenöl wird aus den Samen der Sonnenblume (Helianthus annuus) durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen. Es gehört zu den am häufigsten verwendeten Pflanzenölen in der Küche und der Lebensmittelindustrie. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet man zwischen kaltgepresstem (nativem) Sonnenblumenöl und raffiniertem Sonnenblumenöl, die sich in Geschmack, Nährstoffgehalt und Hitzebeständigkeit unterscheiden.

Nährstoffprofil

Sonnenblumenöl besteht hauptsächlich aus Fett und liefert pro 100 ml etwa 900 Kilokalorien. Die Fettzusammensetzung variiert je nach Sorte:

  • Linolsäure (Omega-6-Fettsäure): Klassisches Sonnenblumenöl enthält bis zu 65 % Linolsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure.
  • Ölsaure (Omega-9-Fettsäure): High-Oleic-Sonnenblumenöl enthält bis zu 85 % Ölsaure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, die besonders hitzestabil ist.
  • Gesättigte Fettsäuren: Der Anteil ist mit rund 10–12 % vergleichsweise gering.
  • Vitamin E (Tocopherol): Sonnenblumenöl ist eine der reichsten natürlichen Quellen für Vitamin E und liefert bis zu 63 mg pro 100 ml.

Gesundheitliche Vorteile

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren kann dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel (sogenanntes „schlechtes“ Cholesterin) zu senken und das HDL-Cholesterin zu erhalten. Dies wird mit einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht, wenn Sonnenblumenöl gesättigte Fette in der Ernährung ersetzt.

Antioxidative Wirkung durch Vitamin E

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, das Körperzellen vor oxidativem Stress schützt. Es unterstützt das Immunsystem und spielt eine Rolle bei der Hautgesundheit sowie der Zellerneuerung.

Hautpflege

Sonnenblumenöl wird auch in der Kosmetik eingesetzt, da es die Hautbarriere stärkt und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften besitzt. Es eignet sich für empfindliche und trockene Haut und wird in Lotionen, Cremes und Babÿpflegeprodukten verwendet.

Verwendung in der Küche

Sonnenblumenöl ist aufgrund seines milden Geschmacks und seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sehr beliebt:

  • Raffiniertes Sonnenblumenöl: Geeignet zum Braten, Frittieren und Backen, da es einen hohen Rauchpunkt von etwa 220 °C besitzt.
  • Kaltgepresstes Sonnenblumenöl: Ideal für Salate und kalte Speisen, enthält mehr Aromastoffe und Nährstoffe, ist aber nicht für hohe Temperaturen geeignet.
  • High-Oleic-Sonnenblumenöl: Besonders hitzestabil und reich an Ölsaure, wird oft in der industriellen Lebensmittelproduktion eingesetzt.

Omega-6-Fettsäuren und Ernährungsbalance

Obwohl Linolsäure (Omega-6) eine essenzielle Fettsäure ist, die der Körper nicht selbst herstellen kann, kann ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren entzündungsfördernde Prozesse begünstigen. Ernährungsexperten empfehlen daher, Sonnenblumenöl mit Omega-3-reichen Ölen wie Leinsamenöl oder Rapsöl zu kombinieren, um ein ausgewogenes Fettsäureprofile zu erzielen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von maximal 5:1.

Mögliche Risiken und Hinweise

  • Beim Erhitzen von Ölen mit hohem Linolsäuregehalt können unerwünschte Oxidationsprodukte entstehen. Hocherhitzen sollte daher mit raffiniertem oder High-Oleic-Sonnenblumenöl erfolgen.
  • Allergien gegen Sonnenblumenkerne können in seltenen Fällen auch auf das Öl übertragbar sein.
  • Aufgrund des hohen Kaloriengehalts sollte Sonnenblumenöl in maßvollen Mengen verwendet werden.

Empfohlene Tagesmenge

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, etwa 10 % der täglichen Energiezufuhr in Form von mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen. Für Erwachsene entspricht dies in etwa 2–3 Essلöffeln (20–30 ml) pflanzlichen Öls pro Tag, wobei eine Kombination verschiedener Ölsorten empfohlen wird.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Fett und Fettsäuren in der Ernährung. DGE-Referenzwerte, 2023. Verfügbar unter: www.dge.de
  2. World Health Organization (WHO): Fats and fatty acids in human nutrition. Report of an expert consultation. FAO Food and Nutrition Paper 91. Rome, 2010.
  3. Dubois V. et al.: Phytochemical and nutritional properties of high-oleic sunflower oil. European Journal of Lipid Science and Technology, 2007. DOI: 10.1002/ejlt.200700040
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