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Taurin (chemisch: 2-Aminoethansulfonsäure) ist eine schwefelhaltige organische Säure, die strukturell den Aminosäuren ähnelt, jedoch keine echte Aminosäure im klassischen Sinne ist, da sie keine Carboxylgruppe besitzt. Der Körper kann Taurin selbst aus den Aminosäuren Cystein und Methionin synthetisieren, weshalb es als bedingt essenziell gilt. Taurin kommt in hohen Konzentrationen in Muskelgewebe, im Gehirn, in der Netzhaut des Auges sowie im Herz vor.
Taurin übernimmt im menschlichen Körper eine Vielzahl wichtiger physiologischer Aufgaben:
Taurin kommt hauptsächlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Gute Quellen sind:
Pflanzliche Lebensmittel enthalten kaum oder kein Taurin, weshalb Veganer und Vegetarier ein erhöhtes Risiko für einen niedrigen Taurinspiegel haben können. Dennoch ist ein schwerer Taurinmangel beim gesunden Erwachsenen durch die körpereigene Synthese selten.
Es gibt keine offiziell festgelegte tägliche Zufuhrempfehlung für Taurin durch die WHO oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), da der Körper Taurin selbst herstellen kann. Über die normale Mischkost nehmen Erwachsene durchschnittlich 40 bis 400 mg Taurin pro Tag auf. In klinischen Studien wurden therapeutische Dosen von bis zu 3 g täglich als sicher eingestuft.
Taurin wird häufig in Energydrinks, Sportnahrung und als eigenständiges Nahrungsergänzungsmittel angeboten. In der Sporternährung wird es für eine mögliche Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine schnellere Regeneration diskutiert. Die wissenschaftliche Evidenz ist in diesen Bereichen noch im Wachsen, einzelne Studien zeigen jedoch positive Effekte auf die Ausdauerleistung und die Muskelgesundheit.
Ein Taurinmangel kann bei bestimmten Personengruppen auftreten, darunter:
Symptome eines Mangels können Sehstörungen (durch Beeinträchtigung der Netzhaut), Herzschwierigkeiten sowie Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Säuglingen umfassen. Bei Katzen ist Taurin eine essenziell notwendige Aminosäure, da sie es nicht selbst synthetisieren können.
Taurin gilt bei moderater Dosierung als gut verträglich und sicher. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Taurinmengen von bis zu 6 g pro Tag als unbedenklich eingestuft. Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten sind bisher kaum bekannt, bei der Einnahme von Lithium oder blutdrucksenkenden Mitteln sollte jedoch Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Energydrinks, die Taurin in Kombination mit Koffein und Alkohol enthalten, können gesundheitliche Risiken bergen und sollten mit Vorsicht konsumiert werden.