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Ein Wachstumsschub (auch Wachstumsspurt genannt) bezeichnet eine Phase, in der der Körper in kurzer Zeit deutlich schneller wächst als üblich. Dieses Phänomen tritt in bestimmten Lebensphasen auf und ist ein natürlicher Bestandteil der körperlichen Entwicklung. Betroffen sind vor allem Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, Kleinkinder sowie Jugendliche in der Pubertät. Während eines Wachstumsschubs können Körpergröße, Körpergewicht und Muskulatur rasch zunehmen.
Wachstumsschübe folgen einem typischen Muster, das sich an bestimmten Lebensaltern orientiert:
Säuglinge erleben in den ersten Lebensmonaten besonders intensive Wachstumsschübe. Typische Phasen sind:
Während dieser Phasen benötigen Säuglinge häufiger Nahrung, da der Energiebedarf stark ansteigt. Gestillte Kinder legen deshalb oft häufiger an, um die Milchproduktion anzuregen.
Auch im Kleinkind- und Schulkindalter gibt es Phasen schnelleren Wachstums, die jedoch weniger abrupt verlaufen als bei Säuglingen. Kinder können in solchen Phasen müder wirken, mehr essen und über Wachstumsschmerzen klagen.
Der größte Wachstumsschub im Leben eines Menschen findet in der Pubertät statt. Mädchen erleben ihn typischerweise zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, Jungen etwas später zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr. In dieser Phase können Jugendliche mehrere Zentimeter pro Jahr wachsen.
Ein Wachstumsschub kündigt sich durch verschiedene Zeichen an, die Eltern und Betroffene erkennen können:
Wachstumsschübe werden durch Wachstumshormone gesteuert, die von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert werden. Während der Pubertät spielen zusätzlich Geschlechtshormone wie Östrogen und Testosteron eine zentrale Rolle. Das Wachstum findet vor allem in den Wachstumsfugen (Epiphysenfugen) der Knochen statt. Diese Fugen schließen sich am Ende der Pubertät, wodurch das Längenwachstum endet.
Ein Wachstumsschub ist ein natürlicher Vorgang und erfordert in der Regel keine medizinische Behandlung. Folgende Maßnahmen können jedoch helfen, die Phase angenehmer zu gestalten:
Ein Wachstumsschub ist in der Regel harmlos. Ärztlichen Rat sollte man jedoch einholen, wenn:
Ein Pädiater (Kinderarzt) kann mithilfe von Wachstumskurven und bei Bedarf mit Blutuntersuchungen oder Knochenalterbestimmung beurteilen, ob die Entwicklung im normalen Bereich liegt.