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Der Begriff Wehen fördern umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Gebärmutterkontraktionen (Wehen) einzuleiten, zu verstärken oder zu beschleunigen. Solche Maßnahmen werden eingesetzt, wenn die Geburt nicht von selbst beginnt, der Geburtsverlauf ins Stocken gerät oder aus medizinischen Gründen eine rasche Entbindung notwendig ist. Man unterscheidet zwischen natürlichen, nicht-medikamentösen Methoden und klinisch-medizinischen Verfahren.
Es gibt verschiedene medizinische und situative Gründe, warum Wehen gefördert werden müssen:
Viele Schwangere möchten Wehen zunächst auf natürlichem Weg anregen. Diese Methoden sind in der Regel sanfter, ihre Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich unterschiedlich gut belegt:
Aufrechtes Gehen und Bewegung nutzen die Schwerkraft, um den kindlichen Kopf tiefer in das Becken zu drücken. Dies kann den Druck auf den Muttermund erhöhen und die Ausschüttung von wehenstimulierenden Hormonen anregen.
Das Stimulieren der Brustwarzen führt zur Ausschüttung von Oxytocin, dem körpereigenen Wehenhormone. Studien deuten darauf hin, dass diese Methode bei reifen Muttermundsbefunden wirksam sein kann, sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
Sperma enthält Prostaglandine, die den Muttermund weicher machen können. Zusätzlich kann ein Orgasmus Gebärmutterkontraktionen auslösen. Die wissenschaftliche Evidenz hierzu ist begrenzt.
Bestimmte Akupunkturpunkte (z. B. Milz 6, Blase 32, Dickdarm 4) werden traditionell zur Wehenförderung eingesetzt. Einige Studien zeigen mögliche positive Effekte, die Datenlage ist jedoch noch nicht ausreichend, um eine generelle Empfehlung auszusprechen.
Wärmeanwendungen (z. B. warme Bäder, Wärmekissen im unteren Rückenbereich) und Entspannungstechniken können Verkrampfungen lösen und die Wehenbereitschaft fördern.
Wenn natürliche Methoden nicht ausreichen oder eine rasche Geburtseinleitung medizinisch notwendig ist, stehen verschiedene klinische Verfahren zur Verfügung:
Prostaglandine sind Gewebshormone, die den Muttermund weich und dehnbar machen (Zervixreifung) und Wehen auslösen können. Sie werden als Vaginalzäpfchen, Gel oder Vaginaltablette verabreicht. Gebräuchliche Wirkstoffe sind Dinoproston und Misoprostol.
Oxytocin ist das wichtigste wehenfördernde Hormon und wird bei Wehenschwäche oder zur Einleitung als Dauerinfusion über eine Vene verabreicht. Die Dosierung wird individuell angepasst und kontinuierlich überwacht, da ein Überdosierungsrisiko besteht (Hyperstömulation der Gebärmutter).
Beim künstlichen Blasensprung (Amniotomie) wird die Fruchtblase mit einem speziellen Instrument eröffnet. Dies führt zur Ausschüttung von Prostaglandinen und kann bestehende Wehen verstärken. Die Methode wird häufig mit anderen Verfahren kombiniert.
Ein Ballonkatheter wird in den Gebärmutterhals eingesetzt und durch Aufblasen des Ballons wird mechanisch Druck auf den Muttermund ausübt. Dies regt die Prostaglandinfreisetzung an und fördert die Zervixreifung und Wehentätigkeit.
Bei dieser Methode löst die Hebamme oder der Arzt die Eihäute vorsichtig vom unteren Pol der Gebärmutter. Dadurch werden lokal Prostaglandine freigesetzt, was Wehen auslösen kann.
Wehenfördernde Maßnahmen sollten stets unter medizinischer Aufsicht durchgeführt oder zumindest mit einer Hebamme oder einem Arzt abgesprochen werden. Mögliche Risiken umfassen:
Natürliche Methoden gelten zwar als schonender, können aber ebenfalls Risiken bergen und sollten nicht ohne Rücksprache mit dem medizinischen Fachpersonal angewendet werden.