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Wehen veratmen beschreibt die bewusste Steuerung des Atems während einer Wehe. Ziel ist es, den Schmerz besser zu tolerieren, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und eine Überspannung der Muskulatur zu vermeiden. Diese Technik ist ein zentraler Bestandteil der Geburtsvorbereitung und wird in Geburtsvorbereitungskursen, von Hebammen sowie in der Klinik gelehrt.
Während einer Wehe zieht sich die Gebärmutter kräftig zusammen. Dies kann als intensiver, krampfartiger Schmerz im Unterleib und Rücken wahrgenommen werden. Viele Frauen neigen in dieser Situation dazu, den Atem anzuhalten oder flach und schnell zu atmen – beides kann die Anspannung verstärken und die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind verschlechtern. Gezieltes Atmen hingegen:
In der Eröffnungsphase der Geburt, wenn der Muttermund sich öffnet, sind die Wehen regelmäßig, aber noch nicht so intensiv wie später. Folgende Atemtechniken haben sich bewährt:
Die gebräuchlichste Methode: Zu Beginn der Wehe tief durch die Nase einatmen, dann langsam und kontrolliert durch den leicht geöffneten Mund ausatmen. Die Ausatemphase sollte deutlich länger sein als die Einatemphase (z. B. 4 Sekunden einatmen, 6–8 Sekunden ausatmen). Diese Technik aktiviert das parasympathische Nervensystem und fördert Entspannung.
Manche Frauen finden es hilfreich, den Atem auf einen bestimmten Rhythmus abzustimmen, etwa durch innerliches Zählen oder durch Unterstützung einer Bezugsperson. Ein gleichmäßiger Atemrhythmus hilft, den Fokus zu behalten und Panik zu vermeiden.
In der Übergangsphase (kurz vor der vollständigen Eröffnung des Muttermundes) werden die Wehen stärker und kürzer. Hier kann folgende Technik helfen:
Kurzes, schnelles Ein- und Ausatmen durch den Mund – ähnlich wie bei einem Hund, der hechelt – kann helfen, den Drang zu pressen zu unterdrücken, wenn dieser noch zu früh kommt. Diese Technik sollte nur kurzzeitig eingesetzt werden, da sie zu Schwindel führen kann.
In der Pressphase empfiehlt die Hebamme in der Regel, tief einzuatmen, den Atem kurz anzuhalten und gleichzeitig zu pressen – oder alternativ mit einem langen Ausatmen zu pressen (sogenanntes spontanes Pressen). Welche Methode besser geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab und wird von der begleitenden Hebamme oder dem medizinischen Personal begleitet.
Das Veratmen von Wehen ersetzt keine medizinische Betreuung während der Geburt. Wenn Schmerzen als nicht mehr beherrschbar empfunden werden, stehen weitere Methoden der Schmerzerleichterung zur Verfügung, wie Periduralanasthesie (PDA), Lachgas, Wasser (Geburtswanne) oder Schmerzmittel. Die Entscheidung hierfür sollte stets gemeinsam mit dem Geburtsteam getroffen werden.