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Der Begriff Wehencocktail bezeichnet eine Mischung aus verschiedenen Zutaten, die schwangere Frauen kurz vor oder nach dem errechneten Geburtstermin einnehmen, um die Geburt auf natürlichem Wege einzuleiten. Am häufigsten wird ein Getränk auf Basis von Rizinusöl (Castoröl) verwendet, das mit Fruchtsaft, Mandelmus oder anderen Zutaten gemischt wird. Der Wehencocktail wird vor allem im deutschsprachigen Raum diskutiert und in manchen Hebammenpraxen angewandt, ist jedoch medizinisch nicht einheitlich empfohlen und sollte niemals ohne ärztliche oder hebammenkundliche Begleitung eingenommen werden.
Die genaue Zusammensetzung eines Wehencocktails variiert je nach Hebamme oder Region. Typische Zutaten sind:
Diese Mischungen werden in der Regel als einmalige Dosis oral eingenommen. Die genaue Dosierung sollte immer von einer Fachkraft festgelegt werden.
Der entscheidende Wirkstoff im Wehencocktail ist das Rizinusöl, das aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gewonnen wird. Nach der Einnahme wird Rizinusöl im Dünndarm durch Lipasen in Rizinolsäure gespalten. Diese bindet an spezifische Prostanoid-Rezeptoren (EP3-Rezeptoren) im Darm und in der Gebärmutter. Die Stimulation dieser Rezeptoren führt zu:
Durch diese kombinierten Effekte kann bei einem reifen Muttermund eine Geburtseinleitung angeregt werden. Fehlt die ausreichende Reife des Muttermunds, ist der Effekt deutlich weniger zuverlässig.
Ein Wehencocktail sollte ausschließlich in Absprache mit einer Hebamme oder einem Arzt bzw. einer Ärztin eingenommen werden. Grundlegende Voraussetzungen für eine Anwendung sind:
Die Einnahme eines Wehencocktails ist nicht ohne Risiken. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Diese Risiken unterstreichen, warum eine eigenständige Einnahme ohne medizinische Begleitung dringend abzuraten ist.
Die Studienlage zur Wirksamkeit des Wehencocktails ist begrenzt und nicht eindeutig. Einige Studien, darunter eine Untersuchung der Universität Frankfurt, konnten zeigen, dass Rizinusöl bei reifen Schwangerschaften die Geburtseinleitung beschleunigen kann. Andere Studien fanden keinen signifikanten Vorteil gegenüber einem Placebo. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie internationale Leitlinien empfehlen die Anwendung nicht als Standardmethode, schließen sie aber unter bestimmten Umständen nicht kategorisch aus.
Neben dem Wehencocktail existieren weitere Methoden zur Einleitung oder Unterstützung der Geburt:
Welche Methode geeignet ist, hängt immer von der individuellen Situation der Schwangeren und des Kindes ab und sollte gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal entschieden werden.