Zahnen Symptome
Was bedeutet Zahnen?
Als Zahnen bezeichnet man den natürlichen Vorgang, bei dem die ersten Milchzähne durch das Zahnfleisch eines Säuglings oder Kleinkindes brechen. Dieser Prozess beginnt in der Regel zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat und kann sich bis zum dritten Lebensjahr erstrecken, bis alle 20 Milchzähne vollständig durchgebrochen sind. Das Zahnen ist ein normaler Entwicklungsschritt, kann aber für das Kind und die Eltern eine herausfordernde Phase darstellen.
Typische Symptome beim Zahnen
Die Symptome beim Zahnen können von Kind zu Kind unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Kinder durchleben den Prozess nahezu symptomfrei, während andere deutliche Beschwerden zeigen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Erhöhter Speichelfluss (Hypersalivation): Viele Babys beginnen verstärkt zu sabbern, was zu Hautreizungen rund um den Mund führen kann.
- Zahnfleischreizung und -schwellung: Das Zahnfleisch ist gerötet, geschwollen und fühlt sich empfindlich an.
- Beissdrung: Kinder kauen und beissen verstärkt auf Gegenständen, um den Druck auf das Zahnfleisch zu lindern.
- Unruhigkeit und Weinerlichkeit: Schmerzen und Unwohlsein führen oft zu vermehrtem Weinen, Quengeln und Schlafproblemen.
- Verändertes Essverhalten: Manche Kinder trinken oder essen weniger, weil das Saugen und Kauen schmerzhaft ist.
- Wangengerötung: Eine leichte Rötung einer oder beider Wangen kann auftreten.
- Ohrziehen: Kinder ziehen manchmal an ihren Ohren, da der Schmerz in benachbarte Bereiche ausstrahlen kann.
- Leicht erhöhte Temperatur: Eine geringe Erwärmung (bis etwa 38 °C) kann im Zusammenhang mit dem Zahnen auftreten, ist jedoch kein Beweis für Fieber durch Zahnen allein.
Welche Symptome sind NICHT auf das Zahnen zurückzuführen?
Es ist wichtig zu wissen, dass hohes Fieber (ab 38,5 °C), starker Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge nicht typische Symptome des Zahnens sind. Treten diese Beschwerden auf, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden, da eine andere Erkrankung die Ursache sein könnte. In der Zeit des Zahnens sind Kleinkinder häufig anfälliger für Infekte, was zu einer Verwechslung mit Zahnen-Symptomen führen kann.
Wann brechen welche Zähne durch?
Der Durchbruch der Milchzähne folgt in der Regel einer bestimmten Reihenfolge:
- 4.–7. Monat: Untere mittlere Schneidezähne
- 8.–12. Monat: Obere mittlere und seitliche Schneidezähne
- 9.–16. Monat: Untere seitliche Schneidezähne
- 13.–19. Monat: Erste Milchmahlzähne
- 16.–23. Monat: Eckzähne
- 23.–33. Monat: Zweite Milchmahlzähne
Abweichungen vom Zeitplan sind normal und kein Grund zur Sorge, solange die allgemeine Entwicklung des Kindes unauffällig ist.
Linderung der Zahnen-Beschwerden
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden beim Zahnen zu lindern:
- Beissräder und Zahnungsringe: Gekühlte (nicht gefrorene) Beissringe aus lebensmittelechtem Material helfen, den Druck auf das Zahnfleisch zu reduzieren.
- Sanfte Massage: Das Einreiben des Zahnfleisches mit einem sauberen Finger kann kurzfristig Erleichterung bringen.
- Gekühlte Lebensmittel: Leicht gekühlte Karotten oder Gurken (unter Aufsicht) können helfen.
- Schmerzlindernde Gele: Zahngele ohne Lidocain und Benzocain sind für Säuglinge verfügbar; bitte vorher mit dem Kinderarzt besprechen.
- Schmerzmittel: Bei starken Beschwerden kann der Kinderarzt altersgerechte Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen empfehlen.
Wann zum Arzt?
Eltern sollten einen Kinderarzt aufsuchen, wenn:
- das Fieber 38,5 °C übersteigt
- das Kind stark weint und sich nicht beruhigen lässt
- Durchfall, Erbrechen oder Hautreaktionen auftreten
- die Beschwerden sehr stark oder lang anhaltend sind
- mit 18 Monaten noch kein Zahn durchgebrochen ist
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): "Kinderzahne und Zahnpflege", verfuegbar unter: www.bzga.de
- American Academy of Pediatrics (AAP): Teething: 4 to 7 Months, HealthyChildren.org, 2023.
- Macknin ML et al.: Symptoms associated with infant teething: a prospective study. Pediatrics. 2000;105(4):747-752.