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Zahnungsgel

Was ist Zahnungsgel?

Zahnungsgel ist ein speziell für Säuglinge und Kleinkinder entwickeltes topisches Präparat, das bei den Beschwerden rund um das Zahnen eingesetzt wird. Wenn die ersten Zähne durch das Zahnfleisch brechen, kann dies für Babys schmerzhaft und unangenehm sein. Das Gel wird direkt auf das gereizte Zahnfleisch aufgetragen und soll Schmerzen sowie Entzündungen lindern. Zahnungsgele sind in Apotheken und Drogerien erhältlich und es gibt sowohl konventionelle als auch natürliche bzw. pflanzliche Varianten.

Wann wird Zahnungsgel eingesetzt?

Zahnungsgel wird typischerweise in der Zahnungsphase eingesetzt, die bei den meisten Babys zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat beginnt. Das vollständige Milchgebiss ist meist mit etwa 2,5 bis 3 Jahren abgeschlossen. Typische Anzeichen dafür, dass ein Baby zahnt und vom Gel profitieren könnte, sind:

  • Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
  • Verstärkter Speichelfluss
  • Erhöhtes Kau- und Beissbedarf an Gegenständen
  • Reizbarkeit, Unruhe und Weinen
  • Gestörter Schlaf
  • Leichte Erhöhung der Körpertemperatur (kein Fieber)

Wirkstoffe und Inhaltsstoffe

Konventionelle Zahnungsgele

Viele herkömmliche Zahnungsgele enthalten den Wirkstoff Lidocain oder Benzocain, beides lokale Betäubungsmittel (Lokalanästhetika), die kurzzeitig die Schmerzempfindung im Zahnfleisch reduzieren. Einige Produkte enthalten auch antiseptische Wirkstoffe wie Cetylpyridiniumchlorid, um einer Entzündung entgegenzuwirken. Aufgrund potenzieller Risiken bei Kleinstkindern (z. B. Methhämoglobinämie durch Benzocain) haben Gesundheitsbehörden wie die US-amerikanische FDA sowie europäische Behörden vor dem Einsatz bestimmter Wirkstoffe bei Kindern unter 2 Jahren gewarnt.

Pflanzliche und natürliche Zahnungsgele

Als Alternative bieten viele Hersteller Zahnungsgele mit pflanzlichen Inhaltsstoffen an. Häufig verwendete Wirkstoffe sind:

  • Kamillenextrakt: Wird traditionell wegen seiner entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften eingesetzt.
  • Nelkenextrakt (Eugenol): Hat eine natürliche betäubende Wirkung und wird seit Jahrhunderten in der Zahnmedizin genutzt.
  • Ringelblumenextrakt (Calendula): Soll das gereizte Zahnfleisch beruhigen und die Heilung unterstützen.
  • Malvenextrakt: Wirkt schleimhautschützend und lindernd.

Anwendung und Dosierung

Die Anwendung von Zahnungsgel ist in der Regel unkompliziert. Eine kleine Menge Gel (etwa die Größe einer Erbse) wird mit einem sauberen Finger oder einem Wattestiel sanft auf das betroffene Zahnfleisch des Babys aufgetragen und vorsichtig einmassiert. Die Anwendung sollte gemäß der Packungsbeilage des jeweiligen Produkts erfolgen. Im Allgemeinen gilt:

  • Nicht häufiger als vom Hersteller empfohlen anwenden (typischerweise bis zu 4-mal täglich)
  • Hände vor der Anwendung gründlich waschen
  • Auf Zeichen einer allergischen Reaktion achten
  • Produkt gut verschlossen und außer Reichweite von Kindern aufbewahren

Sicherheit und Risiken

Obwohl Zahnungsgele weit verbreitet sind, gibt es wichtige Sicherheitshinweise zu beachten:

  • Zahnungsgele mit Benzocain sollten bei Kindern unter 2 Jahren nicht ohne ärztliche Empfehlung eingesetzt werden, da sie das Risiko einer Methhämoglobinämie erhöhen können – einem ernsthaften Zustand, bei dem der Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt wird.
  • Auch Lidocain-haltige Produkte sollten bei Kleinstkindern nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin verwendet werden.
  • Allergische Reaktionen auf pflanzliche Inhaltsstoffe sind möglich, insbesondere bei Korbblütlern (z. B. Kamille).
  • Zahnungsgele bieten oft nur kurzzeitige Linderung und sind keine vollständige Lösung für Zahnungsbeschwerden.

Alternativen zum Zahnungsgel

Neben Zahnungsgelen gibt es weitere bewährte Maßnahmen zur Linderung von Zahnungsschmerzen:

  • Gekühlte (nicht tiefgefrorene) Beissringe aus Silikon oder Naturkautschuk
  • Sanftes Massieren des Zahnfleisches mit einem sauberen Finger
  • Kühles, weiches Nahrungsmittel wie Apfelmus oder Joghurt (ab dem entsprechenden Beikostalter)
  • Bei starken Schmerzen: Paracetamol oder Ibuprofen in kindgerechter Dosierung nach ärztlicher Rücksprache

Hinweis für Eltern

Bei anhaltenden oder starken Beschwerden, hohem Fieber oder anderen besorgniserregenden Symptomen sollte immer ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufgesucht werden. Fieber ist kein typisches Zahnungssymptom und kann auf eine Infektion hinweisen. Ein Zahnarztbesuch ab dem ersten Zahn wird von Fachgesellschaften empfohlen, um die Mundgesundheit des Kindes frühzeitig zu fördern.

Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration (FDA): FDA warns against use of benzocaine products for teething in children. FDA.gov, 2018.
  2. American Academy of Pediatrics (AAP): Teething: 4 Things All Parents Should Know. HealthyChildren.org, 2020.
  3. Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnärztliche Medizin (DGKiZ): Empfehlungen zur Frühkindlichen Mundgesundheit und Zahnung, 2021.
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