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Der Zervixschleim (auch Zervixmukus oder Gebärmutterhalsschleim genannt) ist ein Sekret, das von spezialisierten Drüsenzellen im Gebärmutterhals (Zervix) gebildet wird. Seine Konsistenz, Farbe und Menge verändern sich während des weiblichen Monatszyklus in Abhängigkeit von den Hormonen Östrogen und Progesteron. Diese Veränderungen machen den Zervixschleim zu einem zuverlässigen Indikator für die fruchtbare Phase und den bevorstehenden Eisprung (Ovulation).
Im Verlauf eines typischen Menstruationszyklus durchläuft der Zervixschleim charakteristische Phasen:
Der Zervixschleim erfüllt eine wichtige biologische Funktion: In der fruchtbaren Phase soll er Spermien den Weg in die Gebärmutter erleichtern. Der dünnflüssige, klare Schleim kurz vor dem Eisprung bildet für Spermien eine optimale Umgebung – er ernährt und schützt sie und ermöglicht ihnen, bis zu 72 Stunden überlebensfähig zu bleiben. In der unfruchbaren Phase hingegen ist der Schleim dickflüssig und undurchlässig, sodass Spermien nicht in den Gebärmutterhals eindringen können.
Die Beobachtung des Zervixschleims ist Bestandteil natürlicher Methoden zur Zyklusbeobachtung, wie der Billings-Ovulationsmethode oder der symptothermalen Methode. Frauen können ihren Zervixschleim täglich beobachten, indem sie:
Für eine zuverlässige Auswertung sollte die Beobachtung über mehrere Zyklen hinweg erfolgen und idealerweise mit anderen Zykluszeichen (z. B. Basaltemperatur) kombiniert werden.
Für Paare mit Kinderwunsch ist die Beobachtung des Zervixschleims besonders wertvoll. Der übergang zu klarem, spinnbarem Schleim zeigt das optimale Zeitfenster für den Geschlechtsverkehr an, da der Eisprung in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Auftreten des fruchtbarsten Schleims stattfindet. Da Spermien im idealen Zervixschleim mehrere Tage überleben können, gilt die fruchtbare Phase als die Tage mit dem besten sowie die beiden Tage nach dem höchsten Schleimqualitätszeichen.
Auch zur natürlichen Verhütung (natürliche Familienplanung, NFP) kann die Zervixschleim-Beobachtung eingesetzt werden. Als alleinige Methode hat sie jedoch eine höhere Versagerquote als hormonelle Verhütungsmittel oder Barrieremethoden. In Kombination mit der Basaltemperaturmessung (symptothermale Methode) steigt die Sicherheit deutlich an. Fachgesellschaften empfehlen, sich vor der Anwendung als Verhütungsmethode professionell beraten zu lassen.
In bestimmten Situationen ist es ratsam, ärztlichen Rat zu suchen: