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3 Tage Fieber

Was ist das Dreitägerfieber?

Das Dreitägerfieber (medizinisch: Exanthema subitum oder Roseola infantum) ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem zweiten Lebensjahr betrifft. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen gutartig und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Der Name bezieht sich auf das typische Muster: drei bis vier Tage anhaltendes hohes Fieber, das abrupt endet und unmittelbar danach von einem Hautausschlag abgelöst wird.

Ursachen

Das Dreitägerfieber wird hauptsächlich durch das Humane Herpesvirus Typ 6 (HHV-6) verursacht, seltener durch das Humane Herpesvirus Typ 7 (HHV-7). Die Übertragung erfolgt über Speichel und Tröpfcheninfektion. Das Virus ist weltweit verbreitet, weshalb nahezu alle Kinder bis zum Schulalter eine Infektion durchgemacht haben. Erkrankte Kinder sind bereits während der Fieberphase ansteckend.

Symptome

Die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen:

Phase 1: Fieberphase

  • Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber (38,5 bis 41 °C)
  • Dauer von etwa drei bis vier Tagen
  • Das Kind wirkt trotz des hohen Fiebers oft weniger krank als erwartet
  • Mögliche Begleitsymptome: leichte Reizbarkeit, geschwollene Lymphknoten am Hals, gerötete Augen (Augenbindehaut), laufende Nase oder weicher Stuhlgang
  • In seltenen Fällen können Fieberkrämpfe auftreten

Phase 2: Ausschlagsphase

  • Unmittelbar nach dem Fieberabfall erscheint ein rosafarbener, fleckig-knötchenartiger Ausschlag
  • Der Ausschlag beginnt am Rumpf und breitet sich auf Hals, Arme und Beine aus
  • Das Gesicht ist häufig weniger betroffen
  • Der Ausschlag juckt in der Regel nicht und verschwindet nach ein bis drei Tagen von selbst
  • Das Kind fühlt sich nach dem Fieberabfall in der Regel deutlich besser

Diagnose

Die Diagnose des Dreitägerfiebers wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch die Beurteilung des typischen Krankheitsverlaufs durch den Kinderarzt oder die Kinderärztin. Der charakteristische Ablauf – hohes Fieber, dann Ausschlag nach Fieberabfall – ist oft eindeutig. Spezielle Laboruntersuchungen oder Bluttests sind in unkomplizierten Fällen normalerweise nicht erforderlich. Im Zweifelsfall oder bei schwerem Verlauf kann eine Blutuntersuchung oder ein PCR-Test zum Nachweis des HHV-6-Virus durchgeführt werden.

Behandlung

Eine spezifische antivirale Behandlung ist beim unkomplizierten Dreitägerfieber nicht notwendig. Die Therapie ist symptomatisch und zielt darauf ab, das Wohlbefinden des Kindes zu verbessern:

  • Fiebersänkende Mittel: Bei hohem Fieber können Paracetamol oder Ibuprofen in kindgerechter Dosierung eingesetzt werden – immer nach Rücksprache mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Das Kind sollte viel trinken, um einer Austrocknung vorzubeugen.
  • Ruhe und Erholung: Körperliche Schonung ist während der Fieberphase wichtig.
  • Der Ausschlag selbst bedarf keiner Behandlung und ist für das Kind nicht belastend.

Wann zum Arzt?

Eltern sollten ärztlichen Rat suchen, wenn:

  • das Fieber sehr hoch ist (ab 39 °C bei Säuglingen unter drei Monaten sofort) oder länger als fünf Tage anhält,
  • das Kind sehr schlecht trinkt oder Zeichen von Austrocknung zeigt,
  • ein Fieberkrampf auftritt,
  • das Kind sehr apathisch oder schwer krank wirkt,
  • der Ausschlag sich verändert oder das Kind sehr unruhig bleibt.

Prognose und Komplikationen

Das Dreitägerfieber heilt bei gesunden Kindern fast immer vollständig und ohne Folgeschäden aus. Die häufigste Komplikation sind Fieberkrämpfe, die durch den raschen Temperaturanstieg ausgelöst werden können. Diese sind in der Regel selbstlimitierend und hinterlassen keine dauerhaften Schäden. Bei immungeschwächten Kindern kann der Verlauf schwerer sein und eine ärztliche Betreuung erfordern.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe zu Infektionskrankheiten – Exanthema subitum/Dreitägerfieber. Verfügbar unter: www.rki.de
  2. Zerr DM et al. – A population-based study of primary human herpesvirus 6 infection. New England Journal of Medicine, 2005; 352(8): 768–776.
  3. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI): Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 7. Auflage, Thieme Verlag, 2018.
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