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Abstillen Tipps

Was bedeutet Abstillen?

Abstillen bezeichnet den schrittweisen Prozess, bei dem das Stillen beendet wird und das Kind auf andere Ernährungsformen umgestellt wird. Der richtige Zeitpunkt und die Methode sind individuell verschieden und hängen von den Bedürfnissen von Mutter und Kind ab. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen und danach so lange weiterzustillen, wie es Mutter und Kind wünschen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen?

Es gibt keinen universell richtigen Zeitpunkt. Das Abstillen kann erfolgen, wenn:

  • das Kind bereit ist, auf andere Nahrung umzusteigen
  • die Mutter aus persönlichen oder medizinischen Gründen aufhören möchte
  • das Kind selbst das Interesse am Stillen verliert
  • eine medizinische Notwendigkeit besteht, z. B. bei bestimmten Erkrankungen oder Medikamenten

Ein schrittweises Abstillen über mehrere Wochen ist in der Regel angenehmer für Mutter und Kind als ein abruptes Beenden des Stillens.

Tipps für ein sanftes Abstillen

1. Schrittweise Stillmahlzeiten reduzieren

Der wichtigste Tipp beim Abstillen ist, die Stillmahlzeiten Schritt für Schritt zu reduzieren, anstatt abrupt aufzuhören. Ersetzen Sie eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Flaschenmilch, Beikost oder andere Getränke. Beginnen Sie mit der Mahlzeit, die dem Kind am wenigsten bedeutet, zum Beispiel einer Mittagsstillzeit.

2. Geduld und Flexibilität

Geben Sie sich und Ihrem Kind ausreichend Zeit für die Umstellung. Manche Kinder brauchen länger als andere. Es ist völlig normal, wenn das Abstillen einige Wochen oder sogar Monate dauert.

3. Alternativen zur Beruhigung anbieten

Das Stillen dient nicht nur der Ernährung, sondern auch der Beruhigung und Nähe. Bieten Sie Ihrem Kind beim Abstillen alternative Formen der Geborgenheit an, zum Beispiel:

  • Kuscheln und Körperkontakt
  • Einschlafrituale wie Vorlesen oder Singen
  • Schnuller oder Trost-Spielzeug

4. Brust bei Bedarf abpumpen oder ausstreichen

Wenn die Brust beim Abstillen schmerzhaft voll wird, können Sie kleine Mengen Milch abpumpen oder ausstreichen, um den Druck zu lindern. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel zu entleeren, da dies die Milchproduktion weiter anregt.

5. Kühlende Kompressen und Kohlblätter

Kühlende Umschläge oder Kohlblätter (gekühlte Weißkohlblätter) können direkt auf die Brust gelegt werden und helfen, Schwellungen und Beschwerden beim Abstillen zu lindern. Diese Hausmittel werden traditionell eingesetzt und von vielen Hebammen empfohlen.

6. Auf Anzeichen einer Mastitis achten

Beim Abstillen kann es gelegentlich zu einer Brustentzündung (Mastitis) kommen. Achten Sie auf Symptome wie Rotung, Schwellung, Erwärmung der Brust oder Fieber. In diesem Fall sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

7. Emötionale Unterstützung suchen

Das Abstillen kann für Mutter und Kind eine emotionale Herausforderung sein. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin oder anderen Müttern über Ihre Erfahrungen. Auch hormonelle Veränderungen nach dem Abstillen (Rückgang des Prolaktins) können die Stimmung beeinflussen.

8. Ernährung beim Abstillen

Während des Abstillens ist keine besondere Diät erforderlich. Trinken Sie ausreichend Wasser und essen Sie ausgewogen. Einige Frauen reduzieren bei Überproduktion vorubergehend ihren Flüssigkeitskonsum leicht, obwohl dies wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.

Abstillen bei älteren Kindern

Wenn ein älteres Kind (ab dem zweiten Lebensjahr) abgestillt werden soll, kann es helfen, das Kind aktiv in den Prozess einzubeziehen. Erklären Sie kindgerecht, dass das Stillen bald enden wird, und bieten Sie als Alternative besondere gemeinsame Rituale an. Loben Sie Ihr Kind für seine Kooperationsbereitschaft.

Medikamentöses Abstillen

In bestimmten Fällen kann ein Arzt Medikamente zur Hemmung der Milchproduktion verschreiben, zum Beispiel Cabergolin. Diese Methode wird jedoch nur bei medizinischer Notwendigkeit eingesetzt und ist nicht für das routinemäßige Abstillen empfohlen, da sie Nebenwirkungen haben kann.

Quellen

  1. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Infant and young child feeding. Genf, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding
  2. La Leche League International: Weaning -- how to wean a baby or toddler. 2022. Verfügbar unter: https://www.llli.org/breastfeeding-info/weaning/
  3. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Stillen und Beikost -- Empfehlungen für Eltern. Berlin, 2023. Verfügbar unter: https://www.bmel.de
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