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Abstillen bezeichnet den schrittweisen Prozess, bei dem das Stillen beendet wird und das Kind auf andere Ernährungsformen umgestellt wird. Der richtige Zeitpunkt und die Methode sind individuell verschieden und hängen von den Bedürfnissen von Mutter und Kind ab. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen und danach so lange weiterzustillen, wie es Mutter und Kind wünschen.
Es gibt keinen universell richtigen Zeitpunkt. Das Abstillen kann erfolgen, wenn:
Ein schrittweises Abstillen über mehrere Wochen ist in der Regel angenehmer für Mutter und Kind als ein abruptes Beenden des Stillens.
Der wichtigste Tipp beim Abstillen ist, die Stillmahlzeiten Schritt für Schritt zu reduzieren, anstatt abrupt aufzuhören. Ersetzen Sie eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Flaschenmilch, Beikost oder andere Getränke. Beginnen Sie mit der Mahlzeit, die dem Kind am wenigsten bedeutet, zum Beispiel einer Mittagsstillzeit.
Geben Sie sich und Ihrem Kind ausreichend Zeit für die Umstellung. Manche Kinder brauchen länger als andere. Es ist völlig normal, wenn das Abstillen einige Wochen oder sogar Monate dauert.
Das Stillen dient nicht nur der Ernährung, sondern auch der Beruhigung und Nähe. Bieten Sie Ihrem Kind beim Abstillen alternative Formen der Geborgenheit an, zum Beispiel:
Wenn die Brust beim Abstillen schmerzhaft voll wird, können Sie kleine Mengen Milch abpumpen oder ausstreichen, um den Druck zu lindern. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel zu entleeren, da dies die Milchproduktion weiter anregt.
Kühlende Umschläge oder Kohlblätter (gekühlte Weißkohlblätter) können direkt auf die Brust gelegt werden und helfen, Schwellungen und Beschwerden beim Abstillen zu lindern. Diese Hausmittel werden traditionell eingesetzt und von vielen Hebammen empfohlen.
Beim Abstillen kann es gelegentlich zu einer Brustentzündung (Mastitis) kommen. Achten Sie auf Symptome wie Rotung, Schwellung, Erwärmung der Brust oder Fieber. In diesem Fall sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Das Abstillen kann für Mutter und Kind eine emotionale Herausforderung sein. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin oder anderen Müttern über Ihre Erfahrungen. Auch hormonelle Veränderungen nach dem Abstillen (Rückgang des Prolaktins) können die Stimmung beeinflussen.
Während des Abstillens ist keine besondere Diät erforderlich. Trinken Sie ausreichend Wasser und essen Sie ausgewogen. Einige Frauen reduzieren bei Überproduktion vorubergehend ihren Flüssigkeitskonsum leicht, obwohl dies wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.
Wenn ein älteres Kind (ab dem zweiten Lebensjahr) abgestillt werden soll, kann es helfen, das Kind aktiv in den Prozess einzubeziehen. Erklären Sie kindgerecht, dass das Stillen bald enden wird, und bieten Sie als Alternative besondere gemeinsame Rituale an. Loben Sie Ihr Kind für seine Kooperationsbereitschaft.
In bestimmten Fällen kann ein Arzt Medikamente zur Hemmung der Milchproduktion verschreiben, zum Beispiel Cabergolin. Diese Methode wird jedoch nur bei medizinischer Notwendigkeit eingesetzt und ist nicht für das routinemäßige Abstillen empfohlen, da sie Nebenwirkungen haben kann.