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Baby Erkältung

Was ist eine Baby Erkältung?

Eine Baby Erkältung (medizinisch: akuter Virusinfekt der oberen Atemwege) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Säuglingsalter. Babys haben noch kein vollständig entwickeltes Immunsystem und sind daher besonders anfällig für Erkältungsviren. Im Gegensatz zu älteren Kindern und Erwachsenen kann eine Erkältung bei Babys – insbesondere bei Neugeborenen und Säuglingen unter drei Monaten – schneller ernst werden und sollte stets sorgfältig beobachtet werden.

Ursachen

Erkältungen bei Babys werden fast ausschließlich durch Viren verursacht. Zu den häufigsten Erregern zählen:

  • Rhinoviren (häufigste Ursache)
  • Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) – besonders gefährlich für Säuglinge
  • Coronaviren (nicht SARS-CoV-2 im Allgemeinen)
  • Adenoviren
  • Parainfluenzaviren

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion (z. B. Niesen, Husten) oder durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder kontaminierten Oberflächen (Schmierinfektion).

Symptome

Die Symptome einer Baby Erkältung können sich von denen älterer Kinder unterscheiden. Typische Anzeichen sind:

  • Laufende oder verstopfte Nase (Schnupfen)
  • Niesen
  • Husten
  • Leichtes Fieber (bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt bereits ab 38 °C als Fieber)
  • Trinkschwäche – das Baby trinkt weniger als gewohnt
  • Unruhe und Weinen
  • Gestörter Schlaf
  • Leicht gerötete Augen

Da Babys obligate Nasenатmer sind, kann eine verstopfte Nase das Trinken und Schlafen erheblich erschweren.

Wann zum Arzt?

In folgenden Situationen sollten Eltern umgehend ärztlichen Rat suchen:

  • Fieber über 38 °C bei Babys unter 3 Monaten
  • Fieber über 39 °C bei älteren Säuglingen
  • Starke Trinkverweigerung oder Zeichen von Austrocknung (trockene Schleimhäute, weniger nasse Windeln)
  • Schnelle oder erschwerte Atmung, Einziehungen am Brustkorb
  • Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel (Zyanose)
  • Starke Schläfrigkeit oder schwere Reizbarkeit
  • Symptome, die sich nach 10 Tagen nicht bessern oder wieder verschlechtern

Diagnose

Die Diagnose einer Baby Erkältung stellt der Kinderarzt (Pädiater) in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und die Befragung der Eltern. Dabei werden Rachen, Ohren, Lunge und Lymphknoten untersucht. In den meisten Fällen sind keine weiteren Labortests erforderlich. Bei Verdacht auf RSV oder andere spezifische Erreger können Schnelltests oder Abstriche entnommen werden.

Behandlung

Da Erkältungen durch Viren verursacht werden, sind Antibiotika nicht wirksam und werden nicht eingesetzt. Die Behandlung zielt auf die Linderung der Symptome ab:

Allgemeine Maßnahmen

  • Viel Trinken: Häufiges Anlegen (bei gestillten Babys) oder Zufüttern von Muttermilch bzw. Säuglingsnahrung, um Austrocknung zu vermeiden.
  • Hochlagerung des Kopfes: Leichtes Anheben des Kopfendes der Matratze kann das Atmen erleichtern.
  • Absaugen der Nase: Mit einem speziellen Säuglingsnasenaspirator kann Sekret schonend entfernt werden.
  • Raumluft befeuchten: Trockene Luft reizt die Schleimhäute zusätzlich.

Medizinische Behandlung

  • Kochsalzlösung (NaCl): Nasentropfen mit physiologischer Kochsalzlösung lösen festsitzendes Sekret und erleichtern die Atmung – sicher ab dem Neugeborenenalter.
  • Fiebermittel: Bei Fieber kann der Kinderarzt altersgerechte Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen (ab einem bestimmten Alter und Gewicht) empfehlen. Aspirin (Acetylsalicylsäure) darf Babys und Kindern niemals gegeben werden (Risiko des Reye-Syndroms).
  • Abschwellende Nasentropfen für Babys dürfen nur nach Absprache mit dem Kinderarzt und nur für kurze Zeit verwendet werden.

Prävention

Vollständigen Schutz vor Erkältungen gibt es nicht, aber folgende Maßnahmen können das Ansteckungsrisiko senken:

  • Händewaschen: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen aller Bezugspersonen
  • Stillen: Muttermilch enthält Antikörper, die das Immunsystem des Babys stärken
  • Kontakt zu kranken Personen meiden
  • RSV-Schutz: Für Risikogruppen (Frühgeborene, Babys mit Herzfehler) gibt es eine vorbeugende Therapie (Nirsevimab/Palivizumab)
  • Impfungen: Empfohlene Schutzimpfungen gemäß dem Impfplan der Ständigen Impfkommission (STIKO) einhalten

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber – Akute respiratorische Erkrankungen. Verfügbar unter: www.rki.de
  2. World Health Organization (WHO): Pocket book of hospital care for children – Guidelines for the management of common childhood illnesses. 2. Auflage. Genf: WHO Press, 2013.
  3. Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO. Epidemiologisches Bulletin. Berlin: RKI, aktuellste Ausgabe.
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