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Der Begriff BPD steht für Biparietaler Durchmesser (englisch: Biparietal Diameter). Dabei handelt es sich um einen Ultraschallmesswert, der im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge erhoben wird und im Mutterpass dokumentiert ist. Der BPD misst den größten seitlichen Querdurchmesser des kindlichen Schädels, also den Abstand zwischen den beiden Scheitelbeinen (Ossa parietalia) des Fetus. Dieser Wert gehört zu den wichtigsten Standardmessungen in der gebürtshilflichen Sonografie.
Der Biparietale Durchmesser dient in erster Linie dazu, das Wachstum und die Entwicklung des Fetus während der Schwangerschaft zu beurteilen. Er wird bei den gesetzlich vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen (in Deutschland: 1., 2. und 3. Trimester-Screening) gemessen und im Mutterpass eingetragen. Die wichtigsten Anwendungen des BPD umfassen:
Die Messung des Biparietalen Durchmessers erfolgt mittels Ultraschall (Sonografie). Die Ärztin oder der Arzt legt dabei den Schallkopf auf den Bauch der Schwangeren und stellt eine standardisierte Querschnittsebene des fetalen Schädels ein, die sogenannte BPD-Ebene. In dieser Ebene sind bestimmte Gehirnstrukturen (z. B. der Thalamus und das Cavum septi pellucidi) sichtbar. Der Abstand wird dann von der äußeren Begrenzung des näheren Scheitelbeinknochens bis zur inneren Begrenzung des entfernteren Scheitelbeinknochens gemessen.
Der BPD nimmt mit fortschreitender Schwangerschaft kontinuierlich zu. Nachfolgend sind typische Richtwerte für verschiedene Schwangerschaftswochen (SSW) angegeben:
Diese Werte sind Mittelwerte und können je nach verwendeter Referenzkurve leicht variieren. Entscheidend ist, dass der gemessene Wert im Bereich der normalen Streubreite für das jeweilige Schwangerschaftsalter liegt.
Weicht der gemessene BPD deutlich von den Normwerten ab, kann dies verschiedene Ursachen haben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass ein einzelner abweichender Wert noch keine sichere Diagnose erlaubt und stets im Gesamtkontext beurteilt werden muss.
Ein deutlich zu kleiner Biparietaler Durchmesser kann auf eine Wachstumsverzögerung (intrauterine Wachstumsrestriktion, IUGR) oder im seltenen Fall auf eine Mikrozephalie (abnorm kleiner Schädel) hinweisen. Weitere Untersuchungen wie ein erweitertes Fehlbildungs-Ultraschall oder eine fetale MRT können dann erforderlich sein.
Ein unverhältnismäßig großer BPD kann auf einen Hydrozephalus (Wasseransammlung im Gehirn des Fetus) oder andere Schädelanomalien hindeuten. Auch hier sind weiterführende diagnostische Maßnahmen notwendig.
Der BPD wird im Mutterpass niemals isoliert betrachtet, sondern immer in Kombination mit weiteren Ultraschallparametern, um ein vollständiges Bild der fetalen Entwicklung zu erhalten. Dazu gehören:
Aus diesen Werten zusammen wird unter anderem das geschätzte fetale Gewicht (EFW, Estimated Fetal Weight) berechnet.