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D-Biotin ist die natürlich vorkommende, biologisch aktive Form des Vitamins B7, das auch als Vitamin H oder Coenzym R bekannt ist. Es gehört zur Gruppe der wassserlöslichen B-Vitamine und kann vom menschlichen Körper nicht selbst in ausreichender Menge hergestellt werden. D-Biotin muss daher über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Es dient als essentieller Cofaktor für mehrere Enzymreaktionen, insbesondere im Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren.
D-Biotin erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:
D-Biotin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Besonders gute Quellen sind:
Zudem produzieren Darmbakterien im menschlichen Mikrobiom geringe Mengen D-Biotin, die zur Versorgung beitragen können, jedoch den Nahrungsbedarf nicht vollständig decken. Auch in der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern wird auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen geachtet.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 30 bis 60 Mikrogramm (mcg) D-Biotin. Der Bedarf erhöht sich leicht während der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt einen Schätzwert von 40 mcg pro Tag für Erwachsene an.
Ein Biotin-Mangel ist bei einer ausgewogenen Ernährung selten, kann aber unter bestimmten Umständen auftreten. Typische Symptome eines D-Biotin-Mangels sind:
D-Biotin gilt als sehr gut verträglich und sicher. Da es wassserlöslich ist, wird überschüssiges Biotin über die Nieren ausgeschieden. Bislang sind keine Vergiftungserscheinungen durch übermäßige Biotin-Zufuhr beim Menschen bekannt. Allerdings kann eine sehr hohe Biotin-Supplementierung (ab 5 mg pro Tag) bestimmte Laborwerte verfälschen, insbesondere Immunoassays für Schilddrüsenhormone, Troponin und andere Biomarker. Vor Blutuntersuchungen sollte eine laufende Biotin-Supplementierung dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin mitgeteilt werden.
D-Biotin kann mit bestimmten Medikamenten und Substanzen in Wechselwirkung treten:
D-Biotin ist in verschiedenen Formen als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, darunter Kapseln, Tabletten, Tropfen und Gummibärchen. Es wird häufig zur Unterstützung von Haarwachstum, Nagelgesundheit und Hautzustand vermarktet. Wissenschaftliche Studien belegen eine Wirksamkeit bei nachgewiesenem Biotin-Mangel. Bei ausreichend versorgten Personen ist der zusätzliche Nutzen einer Supplementierung auf die genannten Bereiche wissenschaftlich weniger klar belegt. Dennoch wird D-Biotin in der klinischen Praxis auch bei bestimmten neurologischen Erkrankungen (z. B. Biotinidase-Mangel) in therapeutischen Dosen eingesetzt.